Merkmale:
beim Männchen Rücken rotbraun, Scheitel und Bürzel hell blaugrau, schwarzer Augenstreif, Unterseite hell und rosa überhaucht, auffällige schwarz-weisse Schwanzzeichnung; Weibchen und Jungvögel in den Farben matter, Oberseite braun und Unterseite hellgrau mit leicht gesprenkelter Brust.
| Bestand in der Schweiz (Paare): 20'000-25'000 | Rote Liste 2001:
nicht gefährdet |
Zugverhalten:
Langstreckenzieher |
| Grösse (cm):
17 |
Gewicht (g):
22-47 |
Gelegegrösse:
4-6 |
| Brutort:
Gebüsch |
Brutdauer (Tage):
14-16 |
Nestlingsdauer (Tage):
12 |
| Nahrung:
Insekten, Kleinsäuger, Reptilien |
Vogelgruppe:
Singvögel |
Lebensraum:
Hecken, Waldrand |
Der Neuntöter ist die einzige Würgerart, die bei uns noch einigermassen verbreitet ist. Allerdings sind auch im schweizerischen Mittelland Neuntöter heute viel seltener als früher, während sich die Bestände in den übrigen Landesteilen behaupten können. Für den Rückgang ist in erster Linie die Intensivierung der Landwirtschaft verantwortlich. Im Zuge der grünen Revolution verschwanden zahlreiche Hecken, Grossinsekten wurden massiv seltener und die Pflanzendecke auf den Grünlandflächen wurde vielerorts wegen der häufigen Düngung hoher und dichter, so dass die Beutetiere für die Würger oft schlechter erreichbar sind. Kurz nach seiner Ankunft im Brutgebiet im Mai zeigt der Neuntöter, wer Herr im Revier ist. Das Männchen attackiert auch Vögel, die viel grösser sind als es, Amsel und Kuckuck zum Beispiel, und verfolgt sie bis an die Grenzen seines Territoriums. Das Weibchen, das mit zitternden Flügeln und gedehnten "Chää"-Rufen bettelt, verwöhnt es mit Leckerbissen. Der Rohbau des Nestes wird grösstenteils vom Männchen erstellt, meist in einem dichten Dornenstrauch. Wenn das Weibchen brütet, bringt ihm der Partner einen grossen Teil der benötigten Nahrung ans Nest. Seine Beute erspäht der Neuntöter meist von einer exportierten Warte aus (Baum- und Buschspitzen, Pfosten, Freileitungen, Zäune usw.) und fängt sie geschickt am Boden wie auch in der Luft. Er spiesst Beutetiere oft an Dornen auf, um die Beute zu verkleinern oder um sie als Vorrat zu halten.
