Merkmale:
beim Männchen im Brutkleid Kopf und Kehle schwarz, Nackenband weiss, Rücken dunkelbraun gestreift, Bürzel gräulich, Unterseite gräulich-hell; im Winter ist die Kopfzeichnung verdeckt; Weibchen braun gestreift mit schwarz-weissem Bartstreif, Unterseite heller; ruft "tsiiü".
| Bestand in der Schweiz (Paare): 3000-5000 | Rote Liste 2001:
nicht gefährdet |
Zugverhalten:
Kurzstreckenzieher |
| Grösse (cm):
15 |
Gewicht (g):
15-22 |
Gelegegrösse:
3-6 |
| Brutort:
Schilf |
Brutdauer (Tage):
12-14 |
Nestlingsdauer (Tage):
10-13 |
| Nahrung:
Insekten, Samen |
Vogelgruppe:
Singvögel Sperlinge & Ammern |
Lebensraum:
Feuchtgebiete |
Rohrammern sieht man oft in ruckartigem Flug umherstreifen oder an erhöhter Stelle mit unvermittelt gespreiztem Schwanz sitzen, wenn sie ihren unauffälligen Gesang, ein kratzendes "Zja-tit-tai-zi-i" vortragen. Die Balz besteht grösstenteils aus einer schnellen Verfolgungsjagd, die häufig in einer heftigen Balgerei endet. Um dem Weibchen zu imponieren, richtet das Männchen gelegentlich seinen auffallend weissen Kragen auf, der in starkem Kontrast zum schwarzen Kopf steht. Manche Männchen sind nicht monogam, sondern betreuen mehrere Nester, in denen jeweils ein Weibchen auf seiner Brut sitzt. Um die Aufmerksamkeit von Eindringlingen von ihrem Nest abzulenken, schleppen sich Rohrammern wie flügellahm am Boden entlang - eine Finte, die kleine, auf erhöhten Warten sitzende Vögel sonst üblicherweise nicht anwenden. Die Rohrammer ist ein charakteristischer Vogel der Feuchtgebiete. Sie ist in den ihr zusagenden Gebieten des Mittellandes recht häufig. In den Feuchtgebieten der Alpen brütet sie hingegen nur selten. Gegen den Herbst begibt sie sich manchmal auch auf abgeerntete Mais- und Getreidefelder, wo sie - oft gemeinsam mit Finken und Sperlingen - nach Nahrung sucht. Während die meisten Insektenfresser während der Nacht ziehen, wandert die Rohrammer wie die andern Samenfresser tagsüber. Die Rohrammer ist ein Teilzieher. Während Männchen und Altvögel teilweise in frostgeschützten Gegenden der Schweiz überwintern, wandern die Weibchen und Erstjährigen weiter nach Süden.
