
Das Prinzip ist eigentlich uralt, denn es war schon den Seeleuten im Mittelalter bekannt: die Positionsbestimmung anhand des Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeitpunktes. Neu ist hingegen, dass man dieses Prinzip in Form eines Geolocators in einem winzigen, lediglich 0.5g schweren elektronischen Gerät realisieren kann. Ein Geolocator misst die Intensität des Sonnenlichts und die Uhrzeit und speichert diese Werte während der Dauer eines Jahres. Aus diesen Daten kann nach der Rückkehr des Vogels die Flugroute rekonstruiert werden.
Ein 1g leichter Geolocator wurde bereits entwickelt und in diesem Sommer an 5 verschiedenen Vogelarten angebracht. Erste Resultate dieser Vögel sind im Sommer 2010 zu erwarten, wenn sie aus ihren Überwinterungsgebieten zurückkehren. Die Entwicklung des Geolcators geht aber weiter. In einem nächsten Schritt planen wir ein nur noch 0.5g leichtes Gerät zu entwickeln, welches im Frühling 2010 verfügbar sein soll.
Das interdisziplinäre Projekt wird von der Vogelwarte koordiniert (E-Mail, E-Mail, E-Mail). Die Geräte werden durch die Berner Fachhochschule Technik und Informatik (BFH-TI, E-Mail, E-Mail) entwickelt. Die Software für Datenaufbereitung und Auswertung wird von der Vogelwarte (Erich Bächler, E-Mail) entwickelt.
Satellitengestützte Ortungsgeräte wurden in den letzten Jahren erfolgreich an grossen Vogelarten (z.B. Störche, verschiedene Greifvögel) eingesetzt und haben spektakuläre Resultate über die Zugleistungen dieser Vögel geliefert. Für den Einsatz auf Singvögeln sind satellitengestützte Geräte aber immer noch viel zu schwer. Geolocators können diese Lücke nun schliessen. Vom Einsatz der Geolocators erhoffen wir uns neue Informationen über die Zugrouten und Überwinterungsgebiete von einheimischen Singvögeln und damit auch Erkenntnisse über mögliche Gefährdungsursachen ausserhalb ihres Brutgebietes.
Die Entwicklungsarbeiten am 1g-Geolocator sind abgeschlossen. Die Entwicklung des 0.5g-Geolocators beginnt im Herbst 2009.