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Integrierte Populationsmodelle

Mit Hilfe neuer statistischer Verfahren wird die Dynamik von Populationen untersucht. Dies erlaubt Aussagen darüber, warum Populationen über die Zeit fluktuieren.

Integrierte Populationsmodelle

Ziele

Eine demographische Auswertung ist ein bewährte Möglichkeit, um zu erkennen, weshalb Populationen zu- oder abnehmen. Der übliche Ansatz besteht darin, verschiedene demographische Parameter (Fortpflanzungserfolg, Überlebensraten, etc.) aus geeigneten Datenquellen zu schätzen und in einem Populationsmodell zusammenzuführen. Häufig liegen auch Daten zu Bestandstrends vor, die jedoch nicht mit den demographischen Schätzwerten kombiniert werden können.

Ein integriertes Populationsmodell ermöglicht genau dies: alle verfügbaren Daten werden in einem Modell integriert. Dies führt dazu, dass sonst nicht schätzbare Kenngrössen (etwa Immigration) auch geschätzt werden können und somit ein kompletteres Bild über die Dynamik einer Population entsteht. Die integrierten Populationsmodelle sind aber noch wenig erforscht.

Das Ziel dieses Projektes besteht darin, integrierte Populationsmodelle zu testen und weiter zu entwickeln. Insbesondere sollen Modelle entwickelt werden, die die Immigration und Dichteabhängigkeit schätzen können. Die Modelle sollen auf verschiedene Datensätze angewendet werden.

Vorgehen

Die Weiterentwicklung und Tests der integrierten Populationsmodelle erfolgt durch Simulationen. Diese wurden im Rahmen der Doktorarbeit von E-Mail an der Abteilung Conservation Biology der Universität Bern durchgeführt.

Die Daten für die Fallstudien stammen sowohl aus der Schweiz (Wanderfalke, Rotmilan, Uhu) wie auch aus Süddeutschland (Neuntöter, Steinkauz).  In den einzelnen Fallstudien stehen unterschiedliche Fragestellungen im Vordergrund.

Ergebnisse

Die Simulationsstudien zeigen, dass die integrierten Populationsmodelle tatsächlich sehr nützlich sind: bisher unbekannte Parameter wie Immigration können verlässlich geschätzt werden, und die Präzision aller Parameterschätzwerte wird besser, was Rückschlüsse erleichtert.

Die bisherigen Fallstudien belegen eindrücklich, dass die Immigration ein wichtiger Bestandteil der Dynamik einer lokalen Population ist. Wenn keine Immigration vorkommen würde, so würden die meisten Populationen stark abnehmen. Dies deshalb, weil Jungvögel sich meist nicht in unmittelbarer Nähe des Geburtsorts ansiedeln, sondern typischerweise abwandern. Die Fallstudie am Steinkauz zeigte, dass die Immigration vom Nahrungsangebot beeinflusst wird: je mehr Feldmäuse es in einem Jahr gibt, desto stärker ist die Immigration. Eine andere Fallstudie ergab, dass die kleine Uhupopulation im Wallis die an elektrischen Leitungen erlittenen Verluste nur dank einer massiven Immigration kompensieren kann, und somit konstant bleibt. 

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