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Wildtierfreundliche Landwirtschaft
Dank enger Zusammenarbeit mit den Landwirten und dem Kanton Schaffhausen hat sich der Klettgau zu einer Modellregion für den ökologischen Ausgleich entwickelt.
Der Schaffhausische Klettgau ist eine weitgehend offene Kulturlandschaft, die durch intensiven Acker- und Rebbau geprägt ist. Das milde Klima des Klettgaus begünstigt eine überdurchschnittliche Vielfalt und Dichte an bedrohten Arten des Kulturlands. Im Zentrum des Projekts steht die Erhaltung und Förderung des Rebhuhns. Von den Aufwertungsmassnahmen sollen aber auch andere Brutvogelarten wie das Schwarzkehlchen, die Wachtel, die Feldlerche, die Grauammer, die Goldammer, die Dorngrasmücke und der Neuntöter sowie der Feldhase und zahlreiche bedrohte Insekten sowie seltene Ackerwildkräuter profitieren.
Seit 1991 werden in drei intensiv genutzten Ackerbaugebieten hochwertige
ökologische Ausgleichsflächen zur Förderung bedrohter Arten angelegt.
Ziel ist es, auf 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Buntbrachen,
Rotationsbrachen, extensiv genutzte Wiesen, Ackersäume und Niederhecken
zu schaffen und diese im Rahmen eines kantonalen ÖQV-Vernetzungsprojekts
miteinander zu vernetzen. Zusätzlich werden im Klettgau seit 1994 zwei
fast ausgestorbene Getreidearten, der Emmer und das Einkorn, nach
strengen ökologischen Kriterien wieder angebaut und erfolgreich
vermarktet.
Das auf enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren basierende,
umsetzungsorientierte Vorgehen hat die Entwicklung agrarpolitischer
Massnahmen im Bereich Biodiversität massgeblich beeinflusst. Der
Klettgau ist eine Modellregion mit hoher Bedeutung für die zukünftige
Ausrichtung einer multifunktionalen und nachhaltigen Landwirtschaft.
Erhebungen der Brutvögelbestände und zahlreiche wissenschaftliche Detailstudien belegen, dass sich mit einer auf die Ansprüche der Zielarten ausgerichteten Aufwertung der Lebensräume bedrohte Tier- und Pflanzenarten der offenen Landschaft entscheidend fördern lassen. Die Bestände von Goldammer, Neuntöter, Feldlerche, Sumpfrohrsänger, Schwarzkehlchen und Turmfalke haben markant zugenommen, und einzelne Arten wie Wiesenweihe, Schafstelze, Feldschwirl und Baumpieper haben sich neu angesiedelt.
Klettgauer Landwirte
Planungs- und Naturschutzamt des Kantons Schaffhausen
Landwirtschaftsamt des Kantons Schaffhausen
Jenny, M. (2003):
Vernetzung in drei Ackerbaugebieten des Klettgaus (SH) - Kantonales ÖQV-Projekt zur Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen.
Jenny, M., B. Josephy & B. Lugrin (2003):
Ökologische Aufwertungsmassnahmen in Ackerbaugebieten und ihre Auswirkungen auf ausgewählte Brutvogelarten.
Jenny, M., R. Graf, L. Kohli & U. Weibel (2002):
Vernetzungsprojekte - leicht gemacht. Ein Leitfaden für die Umsetzung der Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV).
Jenny, M. (2000):
Die Auswirkungen von Buntbrachen auf Brutvögel.