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Wildtierfreundliche Landwirtschaft
Die reichen Naturwerte des St. Galler Rheintals sollen untereinander vernetzt und langfristig gesichert werden.
Im St. Galler Rheintal erprobt die Schweizerische Vogelwarte Sempach verschiedene Massnahmen zur Förderung der Artenvielfalt im Kulturland. Mit Blumenwiesen und Buntbrachen in Kombination mit Gebüschgruppen sollen Schwarzkehlchen, Dorngrasmücke, Neuntöter und Goldammer angelockt werden. Von Säumen entlang von Grabenböschungen oder am Rand von Ackerland sollen Sumpfrohrsänger, Schwarzkehlchen und Goldammer profitieren.
Die Fördermassnahmen werden begleitet von wissenschaftlichen Untersuchungen und einer laufenden Erfolgskontrolle. Folgende Fragen stehen im Vordergrund:
In Zusammenarbeit mit Landwirten werden qualitativ hochwertige ökologische Ausgleichsflächen angelegt. Dazu gehören Buntbrachen, Säume, Hecken, Blumenwiesen und Kleingewässer.
Seit 2004 läuft zwischen Rietaach, Dreibrücken, Kriessern und Dürrenbach ein Vernetzungsprojekt gemeinsam mit der Landwirtschaft. Es werden Blumenwiesen und Brachen neu angesät und Kleingewässer und Gebüschgruppen neu geschaffen.
Im Rahmen der laufenden Erfolgskontrolle werden jedes Jahr die getroffenen Massnahmen kartiert, alle zwei Jahre die Vogelbestände in einem Teilbereich erfasst und alle 5-10 Jahre die Landschaftsveränderungen festgehalten.
Die ökologische Vielfalt des St. Galler Rheintals ist auch heute noch hoch. Kerngebiet ist das Schollenriet, ein ehemaliges Torfabbaugebiet mit einer aussergewöhnlichen Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Das 53 Hektaren grosse Naturschutzgebiet gilt heute als Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Trotz seiner beachtlichen Grösse reicht diese "Naturinsel" zur Erhaltung der aktuellen Tier- und Pflanzenvielfalt nicht aus. Für überlebensfähige Populationen müssen über das ganze Tal verteilt neue naturnahe Lebensräume entstehen.
Ausserhalb der Naturschutzgebiete sind in enger Zusammenarbeit mit der
Landwirtschaft über 90 ha naturnahe Lebensräume neu geschaffen oder
ökologisch aufgewertet worden. Dank den Renaturierungen brütete das
Weisssternige Blaukehlchen 2006 erstmals im St. Galler Rheintal. Dies
ist eine echte Sensation, gab es doch zuvor erst eine einzige Brut in
der Schweiz am Neuenburgersee im Jahre 1927! Von den Aufwertungen
profitiert haben ferner Neuntöter, Schwarzkehlchen, Teichrohrsänger,
Goldammer und Rohrammer.
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Rudin, M., P. Horch, I. Hugentobler, U. Weber & S. Birrer (2010):
Bestandsentwicklung von Brutvögeln im ökologisch aufgewerteten St. Galler Rheintal.
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Holzgang, O. & H.P. Pfister (2003):
Der Feldhase im Alpenrheintal.