
Mittels Radar messen die Sempacher Forscher die Zahl der Zugvögel, ihre Höhenverteilung, Fluggeschwindigkeiten und Flugrichtungen.
Die Schweizerische Vogelwarte Sempach ist Forschungspartnerin der Europäischen Weltraumbehörde ESA im Projekt FlySafe. Mit Hilfe der Sempacher Radarornithologen sollen die Prognosen über das Vorkommen von Zugvögeln im Luftraum wesentlich verbessert werden, damit gefährliche Kollisionen von Flugzeugen mit Vögeln besser vermieden werden können.
Wenn Vögel in die Triebwerke von Flugzeugen geraten oder aufs Cockpitfenster prallen (vgl. Bild rechts), kann dies zu erheblichen Schäden oder gar zu einem Flugzeugunglück führen. Die Verluste sind für die Vogelwelt eher unbedeutend. Vor allem im militärischen Flugbetrieb, der sich zu einem erheblichen Teil im unteren Luftraum abspielt, dort wo auch die meisten Vögel unterwegs sind, kommt es aber immer wieder zu kostspieligen Kollisionen.

Der Vogelwarte bringt die Zusammenarbeit mit der ESA die einzigartige Chance, den Ablauf des Vogelzugs europaweit zu erforschen.
Mit guten Prognosen über das Vorkommen von Zugvögeln im Luftraum könnte in diesem Bereich die Flugsicherheit verbessert werden. Die von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach über Jahre entwickelte Technik zur quantitativen Messung des Vogelzugs soll jetzt dazu beitragen, die Sicherheit zu verbessern. Dazu soll das europaweit vorhandene Radarnetz zur Überwachung des Wetters eingesetzt werden. Um dieses Netzwerk zu nutzen, müssen zuerst einzelne Wetterradaranlagen geeicht werden, d.h. es gilt herauszufinden, mit welcher Genauigkeit diese Radargeräte den Vogelzug erfassen können. Als Referenz dazu dienen die parallel dazu stattfindenden Radarmessungen mit dem auf Vögel spezialisierten Radarsystem der Schweizerischen Vogelwarte. Damit kann nicht nur der Zugablauf während des Tages und in der Nacht bestimmt werden, sondern es lassen sich auch Rückschlüsse auf die Zusammensetzungen des Zuges ziehen. Sind die Wetterradars geeicht, lassen sich daraus grossräumige Prognosen zum Zugablauf errechnen, die es erlauben, den Flugbetrieb in Zeiten und an Orten hoher Zugkonzentrationen einzustellen.