
Umweltveränderungen im Winterquartier können Auswirkungen auf das Brutgeschäft von Langstreckenziehern haben (Dominoeffekte). Für die meisten Arten ist nicht geklärt, wie stark der Einfluss der Umweltbedingungen (z.B. Nahrungsverfügbarkeit, Niederschläge) im Überwinterungsgebiet auf die Reproduktion in Europa ist und wie diese Umweltbedingungen das Überwinterungs- und Zugverhalten beeinflussen.
Wo liegen die afrikanischen Überwinterungsgebiete paläarktischer Langstreckenzieher?
Wie stark bestimmen Umweltfaktoren im afrikanischen Nichtbrutgebiet die Fortpflanzung während des Sommers in Europa?
Sind die Brutbestände von Populationen mit kleinräumiger Verbreitung im Winterquartier stärker von den dortigen Umweltschwankungen beeinflusst als Populationen mit weitläufigen Wintergebieten?
Die Eingrenzung der Überwinterungsgebiete ausgewählter Vogelpopulationen wird über indirekte Bestimmung von Aufenthaltsorten und -zeiten erfolgen (siehe Geolocator). Ist das Überwinterungsgebiet lokal eingegrenzt, können Umweltbedingungen im Winterquartier (z.B. Trockenheit, Produktivität der Habitate) direkt gemessen werden. Untersuchungen vor Ort zur Habitatnutzung ermöglichen die Identifizierung potentiell wichtiger Umweltfaktoren.
Letztendlich werden Vergleiche von Reproduktionsparametern (z.B. Legebeginn, Bruterfolg, Kükenwachstum) in Verbindung mit afrikanischen Umweltfaktoren Auskunft darüber geben, wie stark eine art-/populationsspezifische Abhängigkeit zwischen Afrika und Europa besteht (migratory connectivity).
Wenn lokal begrenzte Populationen einer ähnlichen Isolierung im Winterquartier unterliegen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass variable Umweltbedingungen im Nichtbrutgebiet (z.B. Dürre) sich negativ auf die Population im Brutgebiet auswirken können.
In solchen Fällen wären lokale Schutzmassnahmen im Brutgebiet ohne entsprechende Massnahmen im Winterquartier relativ wirkungslos.
1. Abschätzung der Anzahl von Kleinvögeln, die im Herbst aus den
paläarktischen Brutgebieten nach Afrika südlich der Sahara ziehen.
Hahn et al. Natural Link Europe Africa Oikos 2009
2. Erstmalige Bestimmung der Überwinterungsgebiete eines Trans-Saharaziehers: Zugrouten Walliser Wiedehopfe mit Geolocators nachgezeichnet.
Bächler et al. Tracking transSaharan Migrants PLoSONE2010
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