
Auf 267 repräsentativen, über die ganze Schweiz verteilten Kilometerquadraten werden seit 1999 alljährlich die Bestände der Brutvögel erhoben. Damit können Bestandstrends bei über 70 häufigen und verbreiteten Vogelarten eruiert werden.
Das Monitoring Häufige Brutvögel (MHB) ist ein zentrales Projekt zur Überwachung der verbreiteten Arten. Es dokumentiert deren Bestandsentwicklung und allfällige Arealveränderungen.
Überwachung der Bestandsentwicklung häufiger Brutvögel in der Schweiz
Als Untersuchungsgebiete dienen 267 Kilometerquadrate, die in einem regelmässigen Netz über die ganze Schweiz verteilt sind. Sie stammen grösstenteils aus dem Überwachungsnetz des Biodiversitätsmonitorings Schweiz, mit welchem wir eng kooperieren und Synergien nutzen. Die Bestände werden mittels einer vereinfachten Revierkartierungsmethode erhoben. Dazu sind jeweils gut 200 grösstenteils freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterwegs. Um diese grosse Zahl von Quadraten bearbeiten zu können, wird der Kartierungsaufwand der einzelnen Fläche möglichst gering gehalten (3 Rundgänge pro Feldsaison, oberhalb der Waldgrenze nur deren 2). Die Aufnahmen erfolgen immer entlang derselben Routen und die Registrierungen müssen die für jede Art separat festgelegten Bedingungen erfüllen.
Der hohe Grad der Standardisierung und die intensive Bearbeitung (4-6 km
pro
Quadrat, 3-4 h) garantieren beim MHB präzise Resultate zur
Bestandsveränderung
der häufigeren Brutvogelarten.
Eine methodische Herausforderung bei allen
Monitoringprogrammen ist die Tatsache, dass wohl nie ganz alle Reviere,
besetzten Quadrate oder vorkommenden Arten in einem Gebiet gefunden
werden. Es
gilt daher, die wahre Anzahl der Reviere oder vorkommenden Arten aus den
Daten
zu schätzen. Die Entwicklung der statistischen Prozeduren dazu ist ein
wichtiger
Bereich, in dem die Daten wertvolle Dienste leisten.
Darüber hinaus sind
die beim MHB gewonnenen Daten dank ihrem Reichtum und ihrer zeitlichen
und
räumlichen Auflösung auch von unschätzbarem Wert für die
wissenschaftliche
Grundlagenforschung. So werden in Atlas- oder Monitoringprojekten
gewonnene
Daten immer häufiger für Untersuchungen der Reaktion von Arten auf die
Klimaerwärmung verwendet. Es ist absehbar, dass die MHB-Daten in diesem
und auch
in anderen Gebieten der Biologie wichtige Beiträge liefern werden.
Die
MHB-Daten stellen somit eine wahre Fundgrube für die Entwicklung neuer
Methoden
und für die Überprüfung grundsätzlicher biologischer Hypothesen dar.
Das Bundesamt für Umwelt
BAFU unterstützt das Programm.
Auf internationaler Ebene heisst unser
Partner European Bird Census
Council EBCC.
Kéry M., H. Schmid & N. Zbinden (2009):
Grundlagen der Bestandserfassung und Folgerungen für die Datenerfassung und -analyse in großräumigen Monitoringprogrammen.
Kéry, M. & J. A. Royle (2009):
Inference about species richness and community structure using species-specific occupancy models in the national Swiss breeding bird survey MHB.
Kéry, M. (2008):
Estimating abundance from bird counts: binomial mixture models uncover complex covariate relationships.
Kéry, M. (2008):
Grundlagen der Bestandserfassung am Beispiel von Vorkommen und Verbreitung.
» Download PDF
Kéry, M. & B. R. Schmidt (2008):
Imperfect detection and its consequences for monitoring for conservation.
Kéry, M. & J. A. Royle (2008):
Hierarchical Bayes estimation of species richness and occupancy in spatially replicated surveys.
Kéry, M., Royle, J.A. & H. Schmid (2008):
Importance of sampling design and analysis in animal population studies: a comment on Sergio et al.
Royle, J,.A., M. Kéry, R. Gautier & H. Schmid (2007):
Hierarchical spatial models of abundance and occurrence from imperfect survey data.
Royle, J.A. & M. Kéry (2007):
A bayesian state-space formulation of dynamic occupancy models.
Kéry, M. & H. Schmid (2006):
Estimating species richness: calibrating a large avian monitoring programme.
Royle, J.A., J.D. Nichols & M. Kéry (2005):
Modelling occurrence and abundance of species when detection is imperfect.
Kéry, M. & H. Schmid (2004):
Monitoring programs need to take into account imperfect species detectability.
Schmid, H., M. Burkhardt, V. Keller, P. Knaus, B. Volet & N. Zbinden (2001):
Die Entwicklung der Vogelwelt in der Schweiz/L'évolution de l'avifaune en Suisse.