Willkommen an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach

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Nahrungsgrundlage im Winter

Wie diese Amsel fressen im Hochwinter viele Vögel Früchte, die sie zuvor verschmäht hatten.
© Foto: Robert Gross

Selbst in der kargen Winterszeit gibt es vielerlei natürliche Nahrungsquellen, die den Vögeln das Überleben ermöglichen. Meisen suchen in den Rindenspalten und unter der Baumrinde nach Beute: Insekten, die dort Winterschlaf halten, Insektenpuppen und Eier, Spinnen und Tausendfüssler werden aus dem Verborgenen hervorgeholt. Wenn wir ein Stück Rinde abreissen, sehen wir, wie reichhaltig der Speisezettel sein kann.

Unter den bei uns überwinternden Greifvogel- und Eulenarten haben die Mäusefresser wie Mäusebussard, Turmfalke, Rotmilan und Schleiereule gelegentlich Nahrungsprobleme. Sobald nämlich eine hohe, geschlossene Schneedecke liegt, zeigen sich die Mäuse nicht mehr an der Oberfläche.

Leben im eiskalten Wasser

Enten haben keine abfrierende Füsse, trotz stundenlangem Ausharren auf Eis.
© Foto: Yves Thonnerieux

Bei Wasservögeln und insbesondere bei Tauchenten besteht fast das ganze Jahr hindurch die Gefahr, dass sie unterkühlen. Sie schwimmen und tauchen bei allen Wassertemperaturen, sogar bei Minusgraden, da Salzwasser auf eine Temperatur von -2°C abkühlen kann! Frieren die Seen zu, stehen Enten mit "nackten" Füssen auf dem Eis.

Unter solchen Bedingungen hält der Körper die Kerntemperatur in den lebenswichtigen Organen aufrecht, in den äusseren Körperbereichen und in der Haut senkt er hingegen die Temperatur ab. Durch diese Absenkung verringert sich der Temperaturunterschied zwischen Haut und Umgebung und es wird verhindert, dass das warme Blut an der Körperoberfläche abkühlt.

Schlafen bei Kälte und Schnee

Birkhähne verbringen im Winter auch tagsüber viele Stunden in Schneehöhlen.
© Foto: Jürg Zettel

Die meisten Vögel verbringen die Nacht schlafend. Sie verbrauchen dabei – wie wir Menschen auch – wenig Energie, da sie sich nicht bewegen und der gesamte Stoffwechsel reduziert ist.

Manche Vögel suchen über Nacht windgeschützte Orte in dichter, immergrüner Vegetation auf. Andere wählen zum Schlafen Höhlen, Spalten und alte Nester.
Viele Raufusshühner graben täglich eine Höhle in den Schnee. Durch die windgeschützte Lage und die höhere Umgebungstemperatur kommt der Vogel in den Genuss des "Iglu-Effekts". Eine weitere Methode, sich nachts zu wärmen, bietet das Schlafen in einer Gruppe mit Körperkontakt. Von Zaunkönigen, Tannenmeisen und Gartenbaumläufern ist bekannt, dass sie sich nachts bei grosser Kälte zu einem solchen Kontaktschlaf zusammenfinden.

Schutz vor der Kälte

Bei Kälte und Schnee gilt es, möglichst viel Energie zu sparen. Die Vögel plustern sich auf und bewegen sich wenig.
© Foto: Philippe Emery

Der wichtigste Schutz der Vögel ist das Federkleid, das ihren Körper isoliert und sie im Winter vor zu grossem Wärmeverlust schützt. Da die normale Körpertemperatur der Vögel über 40 Grad liegt, ist dieser Schutz im Winter besonders wichtig.