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Vögel brauchen lückige Vegetation zur Nahrungssuche
Warum Wiedehopf und Wendehals in der Schweiz so selten geworden sind, wird in diesem Projekt erforscht. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fliessen direkt in den Schutz und die Förderung dieser beiden Prioritätsarten ein.
Die Bestände von Wiedehopf und Wendehals haben in der Schweiz in den letzten 50 Jahren stark abgenommen. Beide Arten sind Prioritätsarten, Zugvögel, Höhlenbrüter im Landwirtschaftsgebiet und Nahrungsspezialisten. Mögliche Ursachen für den Rückgang dieser beiden Arten sind deshalb in der reduzierten Erreichbarkeit oder Dichte der Beutetiere, in einem Rückgang des Brutplatzangebotes oder in der Verschlechterung der Überwinterungsquartiere zu suchen. Die relative Bedeutung dieser möglichen Rückgangsursachen ist jedoch weitgehend unbekannt, was effiziente Schutzbemühungen erschwert.
Im Wallis wurden in den letzten 10 Jahren rund 700 Nistkästen für die beiden Arten aufgehängt. Die Populationsentwicklung der beiden Arten wurde seither verfolgt. Zudem wurde der Bruterfolg erhoben und die Jung- und Altvögel markiert. Anhand eines Populationsmodells kann untersucht werden, welche demographischen Prozesse (Fortpflanzung, Überleben, Immigration, Emigration) die Bestandsveränderungen hauptsächlich verursachen. Um mehr über die Orte der Überwinterung herauszufinden werden konventionelle (Ringfundanalyse) und neue Methoden (stabile Isotopen, Geolocator) eingesetzt.
Im Rahmen des Projekts wurde eine Doktorarbeit von Thomas Reichlin durchgeführt. Weitere Aspekte sind durch Masterarbeiten an den Universitäten Bern und Zürich untersucht worden (Yves Bötsch, Valérie Coudrain, Laura Dafond, Samuel Ehrenbold, Stephanie Geiser, Aline Ioset, Fabio Leippert, Murielle Mermod, Patricia Portner, Michael Schaad, Baptiste Schmid, Matthias Tschumi, Nadja Weisshaupt, Silvia Zingg).
Beide Arten suchen ihre Nahrung an Stellen am Boden, die eine lückige Vegetationsdecke aufweisen. Eine wichtige Komponente für die grossräumige Abnahme von Wiedehopf und Wendehals ist deshalb wohl die Verdichtung der Vegetation durch Düngung.
Erste Resultate zur Beurteilung der Überwinterungsgebiete basierend auf stabilen Isotopen deuten darauf hin, dass Walliser Wiedehopfe südlich der Sahara überwintern, während Wendehälse teilweise auch in Südeuropa zu überwintern scheinen. Mittels leichter Geolocators konnte nun bestätigt werden, dass die Wiedehopfe aus dem Wallis im Sahelgebiet überwintern. Die Überwinterungsgebiete zeigen eine sehr starke räumliche Streuung und reichen von Niger bis Senegal. Eine Auswertung der Ringfunde aus ganz Europa belegt, dass beide Arten eine Zugscheide aufweisen.
Die Demographie der beiden Arten ist überraschend ähnlich. Die Wiedehopfpopulation nahm stark zu, was durch den hohen Bruterfolg und die Immigration begünstigt war. Der Wendehalsbestand hingegen blieb recht konstant. Der Bruterfolg beider Arten hängt von der Witterung ab, wobei dies beim Wiedehopf stärker ausgeprägt ist als bei Wendehals.
Wendehalsterritorien sind charakterisiert durch einen bedeutenden Anteil an offenem Boden, durch eine hohe Dichte an Ameisennestern und durch das Vorhandensein von Nisthöhlen. Diese Voraussetzungen können in unterschiedlichen Lebensräumen wie Rebbergen, Hochstammobstgärten, Parks oder sogar in Niederstammanlagen erfüllt sein. Geeignete, künstliche Nisthöhlen fördern zudem den Bruterfolg.
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Abteilung Conservation Biology der Universität Bern
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Ella & J. Paul Schnorf Stiftung
Janggen-Pöhn-Stiftung
UniBern Forschungsstiftung
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Habitat selection by foraging Wrynecks Jynx torquilla during the breeding season: identifying the optimal habitat profile.
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From Publications to Public Actions: When Conservation Biologists Bridge the Gap between Research and Implementation.
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Migratory connectivity in a declining bird species: using feather isotopes to inform demographic modelling.
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Migration patterns of Hoopoe Upupa epops and Wryneck Jynx torquilla: an analysis of European ring recoveries.
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Impact of weather variation on feeding behaviour, nestling growth and brood survival in Wrynecks Jynx torquilla.
Mermod, M., T. S. Reichlin, R. Arlettaz & M. Schaub (2008):
Wiedehopfpaar zieht Wendehalsnestlinge bis zum Ausfliegen auf.
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