Ein Drittel der Schweizer Kiebitzpaare brütet im luzernischen Wauwilermoos. Dank Nesterschutz mit Elektrozäunen und Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung war ihr Bruterfolg 2011 so gross wie schon lange nicht mehr: über 60 Küken wurden flügge.
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Nach dem Schlüpfen verlassen die Kiebitzküken das Nest für immer. Sie werden von den Eltern gewärmt und betreut, suchen aber selbst nach Nahrung.
(Foto: © Mathias Schäf)
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Elektrozäune schützen die Gelege vor Nesträubern.
(Foto: © Marcel Burkhardt)
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Sempach. – Die Schweizerische Vogelwarte betreut das Projekt zur Rettung des Kiebitz im luzernischen Wauwilermoos seit 2005. Damals war der Bestand auf einem Tiefststand von 10 Paaren. Nur 3 Junge wurden flügge und der Kiebitz stand kurz vor dem Aus. Zusammen mit den Landwirten wurden seither Fördermassnahmen umgesetzt. Dank der kiebitzfreundlichen Bewirtschaftung erholte sich die Restpopulation und erreichte dieses Jahr einen neuen Höchstwert von 53 Paaren. Trotz dieses Hoffnungsschimmers ist der stark bedrohte Kiebitz noch lange nicht über den Berg.
Gezielte Massnahmen
Kiebitze brüten am Boden und sind deshalb doppelt gefährdet. „Die Gelege und die bereits kurz nach dem Schlüpfen sehr mobilen Küken werden Opfer von Pflug und Mähmaschine, aber auch von Füchsen, Katzen und andern Räubern“, erklärt Stephanie Michler von der Schweizerischen Vogelwarte. „Gemeinsam mit den Bauern wählten wir Kulturen aus, wo während der Brutzeit nur wenig gemacht werden muss. Dort können Kiebitze fast ungestört brüten“, freut sich Michler. Gegen Füchse und andere Nesträuber werden Bruten und Nahrungsgebiete der Jungen grossräumig mit Elektrozäunen geschützt.
Zusammenarbeit führt zum Erfolg
Am Boden brütende Vogelarten sind die grössten Sorgenkinder. Ihre Förderung ist sehr aufwändig und schwierig, da die Bruten vielen Gefahren ausgesetzt sind. Die Schweizerische Vogelwarte untersucht deshalb in einer langfristigen Studie die Probleme des Kiebitz und erarbeitet Lösungen. Dabei wurde klar, dass wirkungsvolle Schutzmassnahmen für bedrohte Bodenbrüter nur in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft möglich sind. Das erfolgreiche Beispiel Kiebitz im Wauwilermoos zeigt, dass sich die Förderung bedrohter Arten durchaus mit der landwirtschaftlichen Produktion von Nahrungsmitteln kombinieren lässt.
Die Dr. Bertold Suhner-Stiftung, die Ernst Göhner-Stiftung, die Stiftung für Suchende, die Vontobel-Stiftung und die Zigerli-Hegi-Stiftung unterstützen das Artenförderungsprojekt Kiebitz der Schweizerischen Vogelwarte Sempach finanziell.
Weitere Auskünfte
Michael Schaad
Schweizerische Vogelwarte
6204 Sempach
Tel. 041 462 97 35
E-Mail
Stephanie Michler
Schweizerische Vogelwarte
6204 Sempach
Tel. 041 462 97 42
