Dörfer und Städte sind in erster Linie Wohn- und Arbeitsumgebung des Menschen, doch bieten sie auch vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Verändert sich der Siedlungsraum, beeinflusst dies nicht nur unsere Lebensqualität, sondern bestimmt auch Zusammensetzung und Entwicklung der darin vorkommenden Tiere und Pflanzen. 7 % der Schweiz sind heute überbaut, und nach wie vor wächst das Siedlungsgebiet rasant. Im Mittelland erreicht der Anteil der Siedlungsfläche 14,6 %. Dies entspricht der Grösse des Kantons Tessin. Mit 500 Einwohnern pro Quadratkilometer gehört das Schweizer Mittelland zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Europas. Wegen der hohen Bodenpreise und zum Zweck eines haushälterischen Umgangs mit dem Boden wird heute vermehrt verdichtet gebaut. Diese Entwicklung ist aus der Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes positiv. Die Kehrseite ist, dass Grünflächen für Pflanzen und Tiere verloren gehen. In den meisten Dörfern und Städten ist eine überraschend grosse Artenvielfalt zu entdecken. Im vorliegenden Bericht stellen wir die häufigsten gefiederten Nachbarn vor. Wir zeigen, wie Vögel menschliche Siedlungen erobert und mit welchen Anpassungen sie sich auf die Vor- und Nachteile im neuen Lebensraum eingestellt haben. In diesem Heft können wir viele Aspekte des Zusammenlebens mit den Wildvögeln nur kurz anschneiden und lediglich einige Arten ausführlicher vorstellen. Am Ende des Berichts finden Sie daher Hinweise auf weitere, ausführlichere Informationsquellen der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.