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Die Vogelwarte beurteilt neue technische Entwicklungen in Bezug auf eventuelle Auswirkungen auf Vögel. Dazu gehört auch die Nutzung der Windenergie. Obwohl CO2-frei und daher grundsätzlich förderungswürdig, ist die Nutzung der Windenergie aus Sicht des Vogelschutzes nicht überall unproblematisch.

Vögel und Windkraftanlagen

Ergebnisse

Sind Windparks vogelverträglich? Die Antwort lautet "nicht immer", denn negative Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel sind durch verschiedene Studien belegt. Die Hauptrisiken liegen in der Kollisionsgefahr und in einer Veränderung des Lebensraums. Von der Kollisionsgefahr sind Zugvögel und grosse Vögel, namentlich segelfliegende Arten wie Greifvögel und Störche, besonders betroffen. Vögel können mit Rotorblättern und Masten von Windenergieanlagen kollidieren, beim Vorbeifliegen in einen Sog geraten oder durch Wirbel der Rotoren zu Boden geschleudert werden. Daher sind Orte, an denen sich Vögel infolge topografischer und thermischer Bedingungen aus einem grossen Einzugsgebiet konzentrieren (z.B. Pässe in den Alpen und im Jura, Kreten, Ufer grosser Gewässer) für den Ausbau der Windenergie nicht geeignet.

Masten, die Wind messen, werden meist durch mehrere Abspannseile gesichert. Es ist bekannt, dass Vögel mit solchen Drahtseilen kollidieren. Ebenso bergen Freileitungen, welche die in der Windenergieanlage gewonnene Energie abführen, für Vögel ein weiteres grosses Kollisionsrisiko.

Vögel sind mobil und nutzen ihnen zusagende Lebensräume über ganze Landschaftseinheiten hinweg. Windenergieanlagen und die sie begleitenden Infrastrukturen können den Wert eines Lebensraums erheblich mindern. Verschiedene Literaturauswertungen zeigen, dass Vögel Gebiete mit Windenergieanlagen weniger nutzen als vergleichbare Gebiete ohne Windenergieanlagen, sie gänzlich meiden oder die Gebiete zwar weiterhin nutzen, aber unruhig sind und immer wieder auffliegen. Solche Stresssituationen können bei Wintergästen oder rastenden Zugvögeln zu einer physischen Schwächung führen, was geringere Überlebenschancen zur Folge haben könnte. Brutvögel in Stresssituationen haben meist einen geringeren Bruterfolg, was dazu führen kann, dass lokale Bestände abnehmen oder sogar verschwinden. Es gibt auch Vögel, welche ein Gebiet mit Windenergieanlagen gleich nutzen wie zuvor ohne. Viele Vögel besiedeln beispielsweise über mehrere Jahre das gleiche Gebiet, unabhängig einer durch Windenergieanlagen verminderten Lebensraumqualität. Unklar ist jedoch, ob sich Individuen neu ansiedeln, falls die Lebensraumqualität zu stark vermindert wurde.

Die Erschliessung bisher wenig genutzter Landschaftsräume kann zu einer Veränderung z.B. der landwirtschaftlichen Nutzung oder zu einem höheren Besucheraufkommen führen. Bei auf Störungen sensibel reagierenden Arten wie dem in der Schweiz stark gefährdeten Auerhuhn besteht die Gefahr, dass sie sich aus solchen neu erschlossenen Gebieten zurückziehen.

» Standpunkt "Windkraft"

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