Von der Fütterung im Winter profitieren die häufigsten Brut- und Gastvögel unseres Landes. Sie sind in ihrem Bestand fast durchwegs nicht gefährdet und an die Lebensbedingungen der kalten Jahreszeit angepasst.
Seltene und gefährdete Arten der Roten Liste kommen kaum ans Futterbrett. Das vorrangige Ziel für den Schutz einer artenreichen Vogelwelt ist deshalb die Erhaltung von vielfältigen und gesunden Lebensräumen. Eine sachgemässe Fütterung erreicht zwar nur eine geringe Zahl von Vogelarten, doch sie schadet auch nicht. Zudem bieten Futterstellen eine gute Gelegenheit, Vögel aus der Nähe zu beobachten und ermöglichen somit schöne Naturerlebnisse. Deshalb ist gegen ein massvolles Füttern nichts einzuwenden, wenn wir uns gleichzeitig auch für die dringenden Natur- und Vogelschutzprobleme einsetzen.
Wann soll man füttern?Achten Sie grundsätzlich auf naturnahes, qualitativ einwandfreies Futter. Dieses sollte weder gesalzen noch aufbereitet sein und auch keine chemischen Zusatzstoffe enthalten. Aus ökologischen Gründen verzichten wir auf die Verwendung von Futterbestandteilen, die aus weit entfernten Ländern stammen, namentlich auf Palmöl, Kokosfett und Erdnüsse. Futtermischungen, die viele Getreidekörner enthalten, werden fast nur von Tauben und Sperlingen gefressen. Deshalb ist es ratsam, Mischungen zu verwenden, die ganz oder grösstenteils aus Sonnenblumenkernen und Hanfsamen bestehen. Dunkle Sonnenblumenkerne haben eine weichere Schale und können von den Vögeln besser geöffnet werden.
Vögel baden auch im Winter gerne und stillen ihren Durst an einer Wasserstelle. Hier besteht jedoch eine erhöhte Gefahr, dass Krankheiten verbreitet werden. Deshalb empfehlen wir, nur dann eine Wasserstelle anzubieten, wenn streng auf die hygienischen Verhältnisse geachtet und das Wasser täglich mindestens einmal gewechselt werden kann. Noch besser sind Vogelbäder, bei denen dauernd etwas Wasser fliesst. Auf katzensichere Platzierung achten!
Das Aufrechte Traubenkraut oder kurz Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) ist eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze. Ambrosia-Samen können auch in Futtermischungen stecken. Die Pollen dieser Pflanze können schwere heuschnupfenartige Symptome und Asthma-Anfälle hervorrufen. Die weitere Verbreitung dieser Pflanzenart soll deshalb wenn immer möglich unterbunden werden. Keimende Pflanzen im Garten sind umgehend auszureissen und via Kehricht zu entsorgen (weitere Hinweise siehe www.agroscope.admin.ch). Damit helfen wir, die Vogelfütterung nicht in Misskredit zu bringen.
© Schweizerische Vogelwarte Sempach
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