
Singvögel auf dem Weg zwischen ihren europäischen Brut- und afrikanischen Überwinterungsgebieten müssen zwei grosse Barrieren überwinden - das Mittelmeer und die Sahara. Saisonale Wetterlagen, örtliche Nahrungsverfügbarkeiten zum Auftanken und letztendlich der Druck, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, sollten bei verschiedenen Populationen zu unterschiedlichen Zugmustern führen.
Welche Strategien bestimmen das Zugverhalten verschiedener Vogelgruppen?
Wie flexibel können Vögel ihre Zugstrategien veränderten Umweltbedingungen anpassen? Wie lange wird eine zeitminimierende Strategie verfolgt, und wann übersteigt der Einfluss des Nahrungsangebotes auf dem Zug den Zwang, schnell im Zielgebiet anzukommen?
Das kontinuierliche Aufzeichnen von Aufenthaltsorten und -zeiten einzelner Individuen soll dank neuer Techniken (Geolocator, Isotopenanalyse) erstmals die Darstellung vollständiger Migrationswege sowie Verweildauern und Bewegungen im Nichtbrutgebiet ermöglichen. Mit Hilfe dieser Felddaten können Annahmen und Ergebnisse von Optimierungsmodellen überprüft werden.
Der Grad an Flexibilität, mit dem verschiedene Zugvögel auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, zeigt die Möglichkeiten und Grenzen phänotypischer Anpassungen. Die Kenntnis dieser dynamischen Prozesse kann für wirkungsvolle, artspezifische Schutzmassnahmen entscheidend sein.
Messungen in der westlichen Sahara zeigen, dass die meisten Singvögel einen tageszeitlich unterbrochenen Zug mit nächtlichem Flug und Tagesruhezeiten bevorzugen. Die unterschiedliche Artenzusammensetzung während des Zuges an der Küste und in der Wüste lassen auf teilweise unterschiedliche Zugstrategien bei nah verwandten Arten schliessen.
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Salewski, V., H. Schmaljohann & F. Liechti (2009):
Spring passerine migrants stopping over in the Sahara are not fall-outs.
Salewski, V., M. Kéry, M. Herremans, F. Liechti & L. Jenni (2009):
Estimating fat and protein fuel from fat and muscle scores in passerines.
Schmaljohann, H., F. Liechti & B. Bruderer (2009):
Trans-Sahara migrants select flight altitudes to minimize energy costs rather than water loss.
Schmaljohann, H., F. Liechti & B. Bruderer (2008):
First records of lesser black-backed gulls Larus fuscus crossing the Sahara non-stop.
Schmaljohann, H., F. Liechti & B. Bruderer (2007):
An addendum to `Songbird migration across the Sahara: the non-stop hypothesis rejected!´
Schmaljohann, H., F. Liechti & B. Bruderer (2007):
Daytime passerine migrants over the Sahara - are these diurnalmigrants or prolonged flights of nocturnal migrants?