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Zusammenhang zwischen Stresshormon, Bruterfolg und Überlebensrate beim Wiedehopf

Führen suboptimale Habitate dazu, dass adulte Wiedehopfe gestresst sind? Hat dieser Stress dann zur Folge, dass der Bruterfolg und die Überlebensrate beeinträchtigt werden? Diese Fragen wurden während zwei Brutsaisons an einer Walliser Population untersucht.

Stress, Bruterfolg und Überleben beim Wiedehopf

Ziele

Es zeigt sich mehr und mehr, dass Vögel in suboptimalen Habitaten erhöhte Werte des Stresshormons Corticosteron aufweisen. Ob dies aber einen Effekt auf die Fitness hat, ist in vielen Fällen unklar.

Vorgehen

In zwei Masterarbeiten in zwei aufeinander folgenden Jahren wurde an einer Wiedehopfpopulation im Wallis untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Corticosteronkonzentration im Plasma der Adulttiere während der Jungenaufzucht und dem Bruterfolg (möglicher unmittelbarer Zusammenhang mit erhöhten Stresshormonen) und der Überlebensrate (langzeitlicher Zusammenhang mit erhöhten Stresshormonen) besteht.

Die Masterarbeiten wurden von Laura Dafond, Universität Zürich, und Baptiste Schmid, ETH Zürich, durchgeführt.

Ergebnisse

Es zeigte sich, dass der basale Corticosteronspiegel sowie der Corticosteronspiegel nach Störungen mit dem Körperzustand und dem Geschlecht variiert und damit, ob die Eltern eine erste oder zweite Jahresbrut unternehmen. Je niedriger das Körpergewicht war, desto höher stieg das Plasmacorticosteron. Ausserdem ist der zweite Brutversuch für die Weibchen weniger „stressreich“ als der erste. Die Stressantwort ist bei den Weibchen ebenfalls geringer als bei den Männchen, wobei diejenigen Weibchen, die nur eine einzige und frühe Brut haben, die geringste Stressantwort zeigen. Diese Resultate wurden dahingehend interpretiert, dass die Weibchen, die für die Brut unabkömmlich sind, weniger auf Störungen reagieren, um die Brut erfolgreich beenden zu können. Die Resultate des zweiten Jahres zeigten, dass Weibchen, die im Jahr zuvor einen geringeren Corticosteronspiegel hatten, also weniger gestresst waren, eher zurückkehrten, als solche, die einen hohen Corticosteronspiegel hatten. Im Weiteren untersuchten wir das Hormon Prolaktin, das für die Nestbindung verantwortlich ist und an der Steuerung, wie stark sich der Vogel für die Nachkommenschaft engagieren soll, beteiligt ist. Weibchen hatten während des Huderns einen höheren Prolaktinspiegel als Männchen, die zu dieser Zeit das Weibchen und die Jungen fütterten. Bei starkem Stress, das heisst wenn die elterlichen Aufgaben gross waren, sank Prolaktin allerdings weniger stark; bei den Weibchen, die die Jungen in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen huderten, sank der Hormonspiegel am wenigsten.

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