Mittelspecht

      Der Mittelspecht bewohnt in der Schweiz ausschliesslich alte Eichenwälder. Um diesen Habitatspezialisten langfristig in der Schweiz erhalten zu können, sind spezifische Massnahmen in seinem Lebensraum nötig.

      Ziele

      Gemäss dem im Jahr 2008 erschienenen Aktionsplan Mittelspecht Schweiz sollen die aktuellen Mittelspechtbestände (ca. 500 Brutpaare) und ihre Lebensräume in ihrer heutigen Verbreitung erhalten bleiben sowie zusätzliche zusammenhängende und vernetzte Lebensräume (z.B. Eichenflächen) geschaffen werden.

      Vorgehen

      In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und dem Verein proQuercus berät die Schweizerische Vogelwarte Akteure, die sich für den Schutz und die Förderung des Mittelspechts engagieren wollen. Die gemeinsam durchgeführte Beratung umfasst einerseits gezielte Hilfestellung bei Projekten über den Mittelspecht (z.B. Kartierungen, Forschungsprojekte, etc.) sowie über spezifische Förderungsmassnahmen (z.B. Eichenförderungsprojekte). Andererseits sollen in Zukunft Weiterbildungskurse für Förster, Waldbesitzer, Forstverantwortliche, etc. angeboten werden.

      Bedeutung

      Der Mittelspecht ist eine von 50 prioritären Vogelarten der Schweiz. Diese Arten können langfristig nur erhalten werden, wenn gezielte Schutz- und Förderungsmassnahmen ergriffen werden, die über allgemeine Massnahmen zur Förderung der Biodiversität hinaus gehen. Als extremer Habitatspezialist ist der Mittelspecht auf alte Eichenwälder angewiesen. Dies bedeutet, dass die Art und Weise der Bewirtschaftung von Eichenwäldern darüber entscheiden, ob der Mittelspecht auch in Zukunft als Brutvogel in Schweiz zu finden sein wird. Da (alte) Eichenwälder generell sehr artenreich sind, führen Massnahmen zugunsten des Mittelspechts und seiner Lebensräume zu einer allgemeinen Erhöhung der Biodiversität im Wald.

      Projektleitung

      Gilberto Pasinelli, Reto Spaar

      Partner

      Raffael Ayé, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz
      Verein proQuercus
      Bundesamt für Umwelt BAFU