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    Strebel, N. (2019)

    Überwinternde Wasservögel in der Schweiz: Ergebnisse der Wasservogelzählungen 2018/2019

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    Schweizerische Vogelwarte Sempach

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    Zusammenfassung

    In den Ergebnissen der Zählung vom November 2018 machte sich die Trockenheit im Sommer und Herbst 2018 deutlich bemerkbar. Der Gesamtbestand war durchschnittlich, hingegen lagen die Bestände einiger Gründelenten deutlich über dem Durschnitt der letzten Jahre. Weiter zeigten Höckerschwan Cygnus olor, Gänsesäger Mergus merganser, Graureiher Ardea cinerea und Silberreiher Egretta alba, Moorente Aythya nyroca und mehrere Gänsearten rekordhohe Bestände. Diese Höchststände resultieren bei den meisten Arten aus langjährigen positiven Trends. Die Januarzählung 2019 wurde teils durch garstiges Wetter erschwert, der Gesamtbestand lag unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Zu dem unterdurchschnittlichen Ergebnis trugen besonders auch die langjährigen, teils deutlichen Abnahmen einiger häufiger Wintergäste bei. Rückgänge in den Gesamtzahlen werden auch auf den meisten Gewässern beobachtet. Am meisten ins Gewicht fallen dabei die Abnahmen an Genfersee, am Bodensee-Untersee und am Vierwaldstättersee. Abgenommen haben die Bestände auch an einigen Flüssen oder Flussstaus. Die bedeutendsten Zunahmen wurden am Neuenburgersee und im Bereich des Rheindeltas am Bodensee gefunden. Der Klimawandel dürfte das Bild deutlich mitbeeinflussen. Typischerweise wurde der Genfersee besonders in kalten Wintern als Ausweichgewässer genutzt. Winter, in welchen die Ufer und Flachwasserzonen insbesondere vom Neuenburgersee zufrieren, werden seltener. Somit wird der Genfersee weniger genutzt, die Zahlen am Neuenburgersee hingegen steigen an. Auf regionaler Ebene weist die Verteilung der Zu- und Abnahmen auch darauf hin, dass sich die Wasservögel zunehmend in Gebieten konzentrieren, in welchen sie gut vor Störungen geschützt sind. Ehemals bedeutende Gebiete mit mangelhaftem oder fehlendem Schutz würden den Wasservögeln zwar Nahrung bieten, die zunehmenden und immer mehr ganzjährigen Aktivitäten auf dem See scheinen ihnen die Nutzung dieser Gebiete aber zusehends zu erschweren.