Publikationen

    

    Hohl, S. & R. Spaar (2020)

    Artenförderung Kiebitz in der Wauwiler Ebene, Kanton Luzern: Jahresbericht 2020.

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    Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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    simon.hohl@vogelwarte.ch

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    Zusammenfassung

    Der Kiebitz ist in der Schweiz vom Aussterben bedroht und wird auf der Roten Liste der Brutvögel in der höchsten Kategorie geführt (CR, critically endangered). Rund 200 Brutpaare lassen sich Jahr für Jahr in der Schweiz nieder, um hier ihre Jungen grosszuziehen. Der kleine Bestand und der ungenügende Bruterfolg sind die Hauptgründe für die kritische Situation der Kiebitze.
    In der Wauwiler Ebene, dem wichtigsten Brutgebiet in der Schweiz, werden die Kiebitze seit 2005 durch gezielte Fördermassnahmen der Vogelwarte unterstützt. Die Förderung wird wissenschaftlich begleitet.
    Trotz der ausserordentlichen Lage, die aufgrund der Covid19-Epidemie ausgerufen wurde, konnten die Feldarbeiten 2020 mit einigen wenigen Abstrichen durchgeführt werden. Der Lockdown führte dazu, dass die Wauwiler Ebene von vielen Besuchern aufgesucht wurde. Dementsprechend gross war das Interesse am Kiebitz und seinem Lebensraum.
    2020 war für die Kiebitze in der Wauwiler Ebene ein unterdurchschnittliches Brutjahr. Mit 42 Brutpaaren liessen sich weniger Brutpaare im Gebiet nieder als noch im Vorjahr (2019: 46 Brutpaare). 14 Jungvögel erreichten das flugfähige Alter. Dies ergibt einen Bruterfolg von 0,33 flüggen Küken pro Brutpaar. Dieser Wert liegt unter dem angestrebten Wert von 0,8–1,0 flüggen Küken pro Brutpaar, den es für den Erhalt des Bestands erfordert. Obwohl 2020 überdurchschnittlich viele Gelege erfolgreich waren (Schlupfrate = 71,2 %), überlebten nur wenige Küken bis zum Flügglingsalter. Dieses Resultat ist auf die Trockenheit von März bis Mai, den entscheidenden Monaten für die Ansiedlung und die Jungenaufzucht der Kiebitze, zurückzuführen. Einerseits fanden die Küken wohl zu wenig Nahrung. Andererseits fielen einige Küken Prädatoren zum Opfer, die ihrerseits aufgrund der Trockenheit auf alternative Nahrungsquellen angewiesen waren.
    2021 wird das Förderprojekt Kiebitz in der Wauwiler Ebene weitergeführt. Insbesondere das Angebot an Kiebitzbrachen und temporären Feuchtflächen soll in Zusammenarbeit mit den Landwirten und dem Kanton erhöht werden.