Machen Sie einen Ausflug in die Welt der Vögel!

    Im Mai ist es soweit: Das neue Besuchszentrum der Vogelwarte öffnet seine Türen! Den Besucherinnen und Besuchern bietet es ein unvergleichliches Erlebnis bei der Begegnung mit der Welt der einheimischen Vögel.

    Das neue Besuchszentrum der Vogelwarte ist das erste dreistöckige Lehmgebäude der Schweiz. Die Erstellung ist eine bauökologische Pionierleistung
    Das neue Besuchszentrum der Vogelwarte ist das erste dreistöckige Lehmgebäude der Schweiz. Die Erstellung ist eine bauökologische Pionierleistung
    Foto © Schweizerische Vogelwarte
    Das neue Besuchszentrum der Vogelwarte ist das erste dreistöckige Lehmgebäude der Schweiz. Die Erstellung ist eine bauökologische Pionierleistung
    Das neue Besuchszentrum der Vogelwarte ist das erste dreistöckige Lehmgebäude der Schweiz. Die Erstellung ist eine bauökologische Pionierleistung
    Foto © Schweizerische Vogelwarte
    Mit grossen Vogeleiern, die zum Auftakt der Bauarbeiten auf dem Baugelände im Rahmen einer «Grund- Ei-Legung» abgelegt wurden, brachte die Vogelwarte symbolisch zum Ausdruck, dass das Projekt Besuchszentrum eine runde Sache werden solle
    Mit grossen Vogeleiern, die zum Auftakt der Bauarbeiten auf dem Baugelände im Rahmen einer «Grund- Ei-Legung» abgelegt wurden, brachte die Vogelwarte symbolisch zum Ausdruck, dass das Projekt Besuchszentrum eine runde Sache werden solle
    Foto © Schweizerische Vogelwarte
    Die neuen Aussenvolieren der Vogelpflegestation stehen bereit für gefiederte Patienten
    Die neuen Aussenvolieren der Vogelpflegestation stehen bereit für gefiederte Patienten
    Foto © Schweizerische Vogelwarte

    Das Lehmhaus des neuen Besuchszentrums der Vogelwarte fällt schon von weitem auf. Die erdige Fassade setzt ein Zeichen für ökologisches Bauen. Wir treten ein ins lichte Foyer aus einheimischem Holz, das die beiden kompakten Gebäudeteile aus Lehm verbindet. Die Wahl der Baustoffe Lehm und Holz unterstreicht, dass wir in der Natur zu Gast sind. Die Konstruktion ist eine bauökologische Pionierleistung und erfüllt die Anforderungen der Label Minergie P an geringen Energieverbrauch und Minergie Eco für die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe.

    Kernstück der Ausstellung ist ein interaktiver Rundgang zu den wichtigsten Themen im Leben der Vögel. Aber bevor wir eintreten, werden wir beringt. Dank dem Vogelring können wir die Stationen der Ausstellung in der von uns gewünschten Sprache aktivieren. Auch eine philosophische Grundfrage wird gleich am Anfang geklärt: Zuerst kommt das Ei! Denn durch ein überdimensioniertes Ei gelangen wir in den ersten Ausstellungsbereich, jenen zum Thema Fortpflanzung. Weitere Schwerpunkte sind die Ernährung der Vögel, die vielen Gefahren und Bedrohungen, das Wunderwerk des Federkleids und schliesslich der Vogelflug und der Vogelzug. Auf dem Rundgang registriert der Vogelring die Vorlieben der Besucherinnen und Besucher, die dann aufgrund der Daten einer Vogelart zugeordnet werden. So verlässt man die Ausstellung dann als Bartgeier oder Haubenmeise…

    Im Foyer fällt der Blick auf die geräumige Voliere mit Vögeln des Kulturlandes wie Distelfink, Rebhuhn, Grünspecht und Goldammer. Gleich daneben lädt eine kleine Cafeteria zum Verweilen und zur Stärkung ein. Von hier aus geniessen wir die Sicht auf die Uferparzelle mit dem zentral gelegenen Weiher, der von Stockenten, Teichhühnern und Teichrohrsängern bewohnt ist. In den Föhren nisten die Graureiher. Über einen kurzen Weg erreichen wir die Ufervoliere mit Kiebitzen, Zwergtauchern und Bartmeisen. Der weitere Rundgang führt durch eine Blumenwiese, an einheimischen Sträuchern vorbei und dem Schilfsaum entlang bis zu einem Stück Wald. An der Mündung der Kleinen Aa erlaubt eine Plattform den ungehinderten Blick auf den Sempachersee. Hier lassen sich je nach Jahreszeit Haubentaucher, Blässhühner, verschiedene Enten- und Möwenarten beobachten.

    Nach der Rückkehr ins Besuchszentrum wartet auf uns eine akustische Attraktion. In der «Singfonie », einem mechanischen Theater, werden wir in die Kommunikation der Vögel eingeführt. Zum Schluss geniessen wir im Kinoraum eine Reise durch die Schweizer Vogelwelt. Der bekannte Tierfilmer Marc Tschudin hat zwei Jahre lang einheimische Vögel mit seiner Kamera begleitet. Im Vogelwarte- Shop beim Ausgang schliesslich, besteht die Möglichkeit, ein Souvenir oder Geschenkartikel zu erstehen.

    Schulklassen und gefiederte Patienten als VIP-Gäste

    Schulklassen geniessen einen besonderen Service. Für sie steht im ersten Stock ein Kursraum zur Verfügung. Hier weiht sie unser Umweltpädagoge Christoph Vogel (er heisst tatsächlich so!) in die Welt der Vögel ein. Das Angebot ist für angemeldete Schulklassen kostenlos, denn die Sensibilisierung der jungen Generation als künftige Vogelschützerinnen und Vogelschützer ist uns ein ganz grosses Anliegen.

    Ebenfalls im neuen Besuchszentrum untergebracht ist die Vogelpflegestation der Vogelwarte. Sie wurde modernisiert und den wachsenden Bedürfnissen angepasst. Denn immer mehr gefiederte Patienten werden in Sempach eingeliefert. Jährlich pflegen wir hier mehr als 1000 Vögel von über 70 verschiedenen Arten. Die gefiederten Patienten sind scheue Wildvögel, die für ihre Genesung neben fachlicher Pflege vor allem Ruhe brauchen. Die Vogelpflegestation ist daher nicht öffentlich zugänglich.

    Die Macher

    Konzipiert wurde die Ausstellung von Otto Steiner, dessen Firma Steiner Sarnen Schweiz AG auf Besuchsattraktionen spezialisiert ist. Er hat mit seinem Team unter Leitung von Philipp Schroth in enger Zusammenarbeit mit uns das Innenleben des Besuchszentrums realisiert. Das Gebäude wurde vom Bieler Architekturbüro :mlzd entworfen, das den vorausgegangenen Wettbewerb gewonnen hatte. Federführend waren hier Julia Wurst und Claude Marbach. Vor Ort mit der Bauleitung betraut waren Hans Kunz und Lukas Meinen von Kunzarchitekten AG aus Sursee. Die Lehmkonstruktion stammt von Martin Rauch und seiner Lehm Ton Erde Schweiz GmbH. Die Umgebungsplanung führte die Fontana Landschaftsarchitektur GmbH aus Basel aus. Die Volieren wurden von Prof. Klaus Robin geplant, die Vogelpräparate stammen von Ruedi Wüst-Graf aus Sursee.

     

    Herzlichen Dank!
    Die Vogelwarte dankt allen Donatorinnen und Donatoren, die geholfen haben, das neue Besuchszentrum zu realisieren:
    Dr. Charles und Klara Hadorn-Gschwend-Fonds, Schweizerische Eidgenossenschaft, MAVA Stiftung für Naturschutz, Fondation Hans Wilsdorf, Kanton Luzern, Albert Koechlin Stiftung AKS, Kanton Zürich (Lotteriefonds), Ernst Göhner Stiftung, Kanton Bern (Lotteriefonds), Zigerli-Hegi-Stiftung, Kanton Aargau (Lotteriefonds), Kanton Basel-Landschaft (Lotteriefonds), Stadt Sempach, Fondation Grenouille, Boguth-Jonak-Stiftung, Kanton Basel-Stadt (Lotteriefonds), Kanton Schwyz (Lotteriefonds), Kanton Solothurn (Lotteriefonds), Kanton Thurgau (Lotteriefonds), Stiftung Hilfsfonds, Hanns-Theo Schmitz-Otto-Stiftung, Kanton Zug (Lotteriefonds), République et Canton de Genève, Repubblica e Cantone Ticino (Fondo Lotteria), Sika AG, Zug, Kanton Appenzell Ausserrhoden (Lotteriefonds), Fondation Alfred et Eugénie Baur, Stiftung Domarena, Irene Jaeger-Stiftung, Werner Siemens-Stiftung, Dr. Bertold Suhner Stiftung, Luzerner Kantonalbank, Kanton Glarus (Lotteriefonds), Josef Wey AG, Rothenburg, Kanton Obwalden (Lotteriefonds), Kanton Uri (Lotteriefonds), Eva Husi-Stiftung für Tierschutz, Bachmann Engineering AG, Zofi ngen, Kanton Nidwalden (Lotteriefonds), Erica Stiftung, Alice Meyer Stiftung und viele weitere Institutionen sowie zahlreiche Privatpersonen

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