Prioritäten für die Feldarbeit 2015

    In diesem Jahr sind für den Brutvogelatlas folgende Arbeiten prioritär: (1) weitere Kartierungen in den Kilometerquadraten, (2) gezielte (Weiter-)Suche nach seltenen und nachtaktiven Arten sowie nach noch fehlenden Arten von 1993– 1996, (3) Zählung balzender Waldschnepfen und (4) Erfassung von Höckerschwan, Gänsesäger, Haubentaucher, Mittelmeermöwe und Eisvogel an Seen und Flüssen.

    Balzende Waldschnepfen sollen vor allem in den Kantonen Wallis, Uri, Graubünden und Tessin erfasst werden
    Balzende Waldschnepfen sollen vor allem in den Kantonen Wallis, Uri, Graubünden und Tessin erfasst werden
    Foto © Jean-Lou Zimmermann
    Lage der noch nicht kartierten Kilometerquadrate in der «Atlasbörse».
    Lage der noch nicht kartierten Kilometerquadrate in der «Atlasbörse».
    Der Haubentaucher kann an optimalen Stellen eigentliche Brutkolonien bilden
    Der Haubentaucher kann an optimalen Stellen eigentliche Brutkolonien bilden
    Foto © Susanne Danegger
    Bei der Erfassung des Höckerschwans geht es auch darum, wie gross der Nichtbrüteranteil ist
    Bei der Erfassung des Höckerschwans geht es auch darum, wie gross der Nichtbrüteranteil ist
    Foto © Maria Nuber
    Mit der Zählung des Gänsesägers möchten wir den Brutbestand mit einer ähnlichen Erfassung von 1998 vergleichen
    Mit der Zählung des Gänsesägers möchten wir den Brutbestand mit einer ähnlichen Erfassung von 1998 vergleichen
    Foto © Dinah Saluz

    Kartierungen in den Kilometerquadraten

    In den zwei noch verbleibenden Feldsaisons geht es darum, die restlichen Kilometerquadrate (1 × 1 km-Quadrate) zu kartieren. Bearbeiten Sie ein bis zwei weitere Quadrate, so dass maximal noch ein Quadrat für die letzte Feldsaison übrig bleibt. Bitte beachten Sie, dass die Aufnahmejahre für die BDM-Quadrate fix sind. Wenn Sie noch freie Kapazitäten haben und 2015 neue Regionen kennenlernen möchten, machen Sie bei der «Atlasbörse» mit (s. Kasten unten). Die Kartierungen können 2015 ab dem 15. April begonnen werden.

    Der Versand der Feldkarten für 2015 erfolgte Ende März. Sollten Sie noch zusätzliche Karten und/ oder andere Unterlagen benötigen, teilen Sie uns das bitte rasch mit.

    Gezielte (Weiter-)Suche nach Arten

    In den ersten beiden Atlasjahren wurden bereits in zahlreichen Atlasquadraten erfreulich viele Brutvogelarten gefunden. Nutzen Sie nun die dritte Feldsaison, um gezielt weitere Arten zu suchen. Dazu kann die ganze Atlassaison von Februar bis August genutzt werden. Vor allem für seltene und nachtaktive Arten müssen meist mehrere Exkursionen eingeplant werden. Wenn Sie uns als Artensucher unterstützen und gezielt einzelne Arten in verschiedenen Atlasquadraten suchen möchten, können Sie sich gerne ans Atlasteam wenden atlas@vogelwarte.ch, 041 462 97 32). Wir haben eine Liste der noch ausstehenden Artnachweise erstellt, damit 2015 eine intensivere Suche erfolgen kann – vor allem in Atlasquadraten ohne Verantwortlichen.

    Für etliche Arten stehen Hinweise mit nützlichen Tipps zur Verfügung http://atlas.vogelwarte. ch/arthinweise. Melden Sie uns bei gezielter Suche unbedingt auch erfolglose Kontrollen: Machen Sie eine «Negativmeldung» mit Anzahl 0, Atlascode 99 (d.h. «Art trotz Beobachtungsgängen nicht festgestellt») und ergänzenden Bemerkungen
    http://atlas.vogelwarte. ch/negativmeldungen.

    «Seltene Arten» und «Seltene Arten (Mittelland, Jura)»: Suchen Sie in den vier Atlasjahren wenn möglich pro Atlasquadrat alle potenziellen Lebensräume dieser Arten ab. Das Ziel ist, dass die Verbreitung für diese Arten auf der Basis von 1 × 1 km so vollständig wie möglich erfasst wird.

    «Koloniebrüter»: Die Koloniebrüter sollten auch 2015 besonders beachtet werden. Dies betrifft vor allem sich ausbreitende Arten. Aber auch Arten, von denen in den Atlasquadraten bislang keine Nachweise gelangen, suchen wir weiterhin. Hierbei lohnt sich eine frühzeitige Planung, da dies bei einigen Koloniebrütern (z.B. Felskolonien des Alpenseglers) recht aufwändig sein kann. Zudem sind wir Ihnen dankbar, wenn Sie die 2013–2014 gefundenen Kolonien im Sinne einer Langfristüberwachung auch in Zukunft kontrollieren.

    Noch fehlende Arten von 1993–1996: Wir haben wie letztes Jahr für alle Atlasquadrate eine Liste der 2013–2014 nachgewiesenen und der noch zu bestätigenden Arten zusammengestellt. Dort sind zu Beginn die bislang fehlenden Brutvogelarten ausgewiesen. Danach folgen jene Arten, von denen wir gerne weitere Meldungen hätten – mit dieser Einteilung möchten wir Sie ermuntern, diesen Arten auch 2015 ein besonderes Augenmerk zu schenken. Wenn am Schluss der vier Feldsaisons nämlich für eine solche Art nur eine Meldung (z.B. zu Beginn oder gegen Ende der Brutzeit) vorliegt, könnte die Art bei der Schlussbereinigung noch gestrichen werden. Auch bei bereits bestätigten oder neu nachgewiesenen Arten nehmen wir gerne weitere Meldungen entgegen, speziell von seltenen Arten und Koloniebrütern. Wir hoffen, dass Ihnen diese Artenliste zusammen mit dem «Miniatlas» (s. Kasten oben) erlaubt, die dritte Feldsaison noch besser zu planen.

    Sollten Sie an Pioniergebieten für den Atlas interessiert sein, können Sie beim Projekt «Terra incognita » mitmachen. Dieses wurde 2014 gestartet und bezweckt, den Bearbeitungsstand von 12 wenig besuchten Atlasquadraten zu verbessern. Weitere Informationen gibt es unter http://atlas.vogelwarte.ch/terra-incognita-auf-in-die-pioniergebiete.html

    Zählung balzender Waldschnepfen

    Um die Kenntnisse der Verbreitung zu verbessern, soll die Waldschnepfe vor allem in den Kantonen Wallis, Uri, Graubünden und Tessin erfasst werden. Zählen Sie balzende Männchen ab der zweiten Maiwoche von einem Waldrand, vom Rand einer Lichtung oder von einer Sturmschadenfläche aus http://atlas.vogelwarte.ch/waldschnepfe. Hinweise auf günstige Gebiete kann Ihnen ein Habitatmodell geben, das für die Atlas-Mitarbeitenden auf ornitho. ch (unter Brutvogelatlas 2013–2016 > Atlasdokumente) pro Atlasquadrat zur Verfügung steht. Wenn möglich sollten Sie vorgängig Luftbilder konsultieren, denn geschlossene Wälder sind nicht geeignet. Optimal ist es, wenn Sie dieselbe Stelle einige Wochen später nochmals kontrollieren können.

    Erfassung von fünf Gewässerarten

    Höckerschwan, Gänsesäger, Haubentaucher, Mittelmeermöwe und Eisvogel gehören zu den Arten, die mit den Kartierungen bzw. ornitho- Meldungen nur unzulänglich erfasst werden. Damit wir eine Datengrundlage haben, die eine Bestandsabschätzung erlaubt, bitten wir Sie, diese Arten an den Flüssen und Seen zu erfassen. Begehen Sie möglichst einen grösseren Sektor am selben Tag und zählen Sie diese Arten an 1–3 Terminen (Mitte Mai, wenn möglich auch Mitte April und/oder Mitte Juni) pro Kilometerquadrat. An einzelnen grösseren Gewässern wird die Erfassung von ornithologischen Arbeitsgruppen durchgeführt. Weitere Informationen zum genauen Vorgehen finden Sie unter http://atlas.vogelwarte.ch/bestandsaufnahme- 2015. Und schliesslich sollte bei Mauersegler und Mehlschwalbe bis 2016 eine möglichst vollständige Erfassung der Kolonien mit mehr als 10 Paaren erfolgen. Wir wünschen Ihnen auch im Jahr 2015 viele schöne Beobachtungen und manche Überraschungen und danken allen zum Voraus für den grossartigen Einsatz!

     Atlasbörse mit noch nicht kartierten Kilometerquadraten


    In den ersten zwei Feldsaisons wurden bereits über 1700 Kilometerquadrate kartiert. Das entspricht 55 % des Gesamtaufwands. 2015 möchten wir nochmals einen grossen Schritt Richtung 100 % machen. Daher lancieren wir das Projekt «Atlasbörse». Damit möchten wir freiwillige Mitarbeitende gewinnen, die über freie Kapazitäten verfügen und für neue Herausforderungen bereit sind. Einzige Voraussetzungen sind ausreichende Kartierkenntnisse und eine Kartierung des gewählten Kilometerquadrats im Jahr 2015 (sofern es die Wetterverhältnisse zulassen). Sämtliche noch offene Quadrate fi nden Sie unter http://atlas.vogelwarte.ch/atlasboerse, wo man sich auch für ein Kilometerquadrat verbindlich einschreiben kann.