Unterwegs mit Marc Tschudin

    Nach seiner aufsehenerregenden «Vogelschau», dem Film für unser Besuchszentrum in Sempach, ist der erfolgreiche Basler Dokumentarfilmer Marc Tschudin wieder für die Vogelwarte unterwegs. Er arbeitet zurzeit an «Welcome to Zwitscherland! Wie das Land, so die Vögel.», seinem ersten Kinofilm. Der in Co-Produktion mit der Vogelwarte realisierte Film wird im Frühling 2018 in die Kinos kommen und ist eine Entdeckungsreise durch die Schweizer Natur- und Kulturlandschaft, die es so noch nicht gegeben hat.

    Marc Tschudin
    Marc Tschudin
    Foto © Lukas Linder
    Haussperling
    Haussperling
    Foto © Marcel Burkhardt

    Aufgewachsen mitten in Basel, ist Marc Tschudin in einem naturwissenschaftlich geprägten Umfeld gross geworden. Bereits einer seiner Urgrossväter, vor allem aber sein Grossvater interessierten sich sehr für die Zusammenhänge in der Natur. Schon als kleiner Knopf streifte denn auch Marc mit dem Operngucker seiner Grossmutter durch den Wald, worauf sie ihm zum 11. Geburtstag die Mitgliedschaft in die OGB, die Ornithologische Gesellschaft Basel, geschenkt hatte; fortan nahm Marc neugierig an allen Vorträgen und Exkursionen teil. So ist er über die Vögel zum Biologiestudium gekommen. Sein Studium hatte er als Fotojournalist mitfinanziert, wobei seine Themen, wen wundert’s, Natur und Wissenschaft waren.

    Als anfangs 1990 ein neuer Schweizer Fernsehsender gegründet werden sollte, wurde er angefragt, ob er bei einer Tiersendung mittun wollte. Aus dem Sender und aus der Sendung wurde nichts, aber sein Interesse fürs Medium war geweckt. Marc kaufte sich eine professionelle Videoausrüstung, drehte damit seinen ersten Film in Spanien und verkaufte diesen erfolgreich dem Schweizer Fernsehen. Mehrere hundert Fernsehbeiträge und Filme hat Marc mittlerweile realisiert: von der Polit- Geschichte über Kindersendungen bis hin zu Naturreportagen. Deshalb sieht er sich auch gar nicht als Tierfilmer: Nur ein Bruchteil seiner Filme und Fernsehbeiträge haben tatsächlich Tiere zum Thema.

    Für seine journalistische Arbeit hatte Marc immer wieder mit der Vogelwarte zu tun, sowohl für kleine News-Beiträge etwa für die Tagesschau als auch für Hintergrundberichte über Gross-Projekte wie die Zugvogelforschung in der Sahara. Schliesslich fragte ihn die Vogelwarte für ihren Film im neuen Besuchszentrum an. Welche Filme ihm besonders in Erinnerung bleiben, hat für ihn weniger mit dem Endresultat zu tun, als vielmehr mit deren Entstehung. Beispielsweise als Schweizer Archäologen gewissermassen vor laufender Kamera in der syrischen Wüste auf die Knochen einer neuen Art, eines Riesen-Kamels stiessen. Aber am emotionalsten, weil bei der Entstehung mit den meisten filmischen Hürden und Schwierigkeiten gespickt, sind zweifelsohne der Ausstellungsfilm «Vogelschau» und jetzt sein erster Kinofilm «Welcome to Zwitscherland! ».

    Seite aktualisiert: 21.09.2017