Bei der Glasproblematik den Durchblick behalten

    Dank einer neuen Empfehlung und einem neuen Produkt können Vogelkollisionen an Glas weiter reduziert werden.

    Mit «Seen Elements» versehene Glasscheiben. Mit seinen hochreflektierenden Aluminiumelementen schnitt das Produkt bei Tests der biologischen Station Hohenau in Österreich gut ab.
    Mit «Seen Elements» versehene Glasscheiben. Mit seinen hochreflektierenden Aluminiumelementen schnitt das Produkt bei Tests der biologischen Station Hohenau in Österreich gut ab.
    Foto © OBAD Stempel GmbH & Co.KG

    Turnhallen, Verwaltungsgebäude oder Bushaltestellen – die Glasfassaden vieler öffentlicher Bauten stellen eine potenzielle Kollisionsgefahr für Vögel dar. Umso erfreulicher, dass die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Empfehlungen für vogelfreundliches Bauen mit Glas formuliert hat. Diese zeigen an konkreten Beispielen, welche Massnahmen zur Vermeidung von Vogelkollisionen beim Bau mit Glas möglich sind. Zudem werden Produkte vorgestellt, die bei bestehenden Gebäuden zur Nachrüstung eingesetzt werden können. Das Merkblatt dient Baufachleuten als Leitfaden für eine den Vogelschutz miteinbeziehende Planung von Neubauten und Sanierungen. Es zeigt, dass die öffentliche Hand hier mit gutem Beispiel voran gehen kann und dass mit vertretbarem Aufwand gute Lösungen für Vögel und Menschen gefunden werden können.

    Neben den neuen Empfehlungen gibt es auf dem Markt auch ein neues und vielversprechendes Produkt zur Vermeidung von Vogelkollisionen an Glasfronten: Die in der Ostschweiz entwickelten «Seen Elements» sind Gläser mit eingelagerten, 9 mm grossen Elementen. Sie bestehen nach aussen hin aus zwei unterschiedlich stark reflektierenden Oberflächen aus Aluminium. Seen Elements können im Glaswerk zwischen Scheiben eingebaut werden. Eingelagert in Vogelschutzfolien können sie aber auch als Nachrüstung an bereits bestehenden Scheiben, angebracht werden. Bei mit Seen Elements versehenem Glas muss nur etwa ein Prozent der Oberfläche abgedeckt werden, deutlich weniger als bei herkömmlichen Produkten. Bei Tests schnitt das neue Produkt gut ab, weshalb nun mit Unterstützung der Vogelwarte an verschiedenen Gebäuden Glas mit Seen Elements- Vogelschutzfolien bemustert wird. Dabei sollen Erkenntnisse zur Anwendung, Haltbarkeit und Wirkung dieses neuen Produkts gewonnen werden.