O du fröhliche

    Die Biodiversität im Wald nimmt zu! Ganz im Sinne dieser frohen Botschaft fördern wir mit unseren Waldprojekten neues Leben und neue Vielfalt im Schweizer Wald.

    Grauspecht
    Grauspecht
    Foto © Markus Varesvuo

    Der Blick auf den Schweizer Wald ändert sich: Unsere Wälder gelten nicht mehr nur als wichtige Lieferanten eines nachwachsenden einheimischen Rohstoffs. Vielmehr wird auch ihre Rolle erkannt bezüglich Regulation des Wasserhaushalts, beim Schutz vor Naturgefahren, im Klimaschutz, als Erholungsraum und ganz besonders als unverzichtbarer Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten.

    Inzwischen ist klar, dass sich die Art und Weise, wie wir den Wald nutzen, direkt auf die Artenvielfalt auswirkt. So wird die Vogelwelt unmittelbar durch die Waldstruktur, die Waldpflege und durch die Ruhe beziehungsweise Unruhe im Wald beeinflusst. Bei der Förderung der Waldvögel spannen immer mehr Waldbesitzer, Waldbewirtschaftende, Behörden, Naturschutzpartner und die Vogelwarte zusammen. So konnte sich in den letzten Jahren eine positive Dynamik entwickeln.

    In dieser Ausgabe des Avinews stellen wir vier eigene Waldprojekte vor. So verschieden die Ansätze sind, so klar ist das Ziel: Wir wollen den Lebensraum Wald aufwerten, damit darin auch Vögel mit höheren Ansprüchen wieder leben können.

    Was es braucht, ist – nebst naturbelassenen Wäldern – auch eine vermehrte, rücksichtsvolle Holznutzung. Der «Aktionsplan Lichter Wald» zeigt auf, wie etwa für Ziegenmelker und Gartenrotschwanz, aber auch für wärmeliebende Waldschmetterlinge, Eidechsen und Orchideen mehr Lebensraum geschaffen werden kann. Zudem testen wir, mit welchen Massnahmen die Bedürfnisse des Waldlaubsängers erfüllt werden können. Agroforst als eine spezielle Form des lichten Waldes nutzt sowohl die Bäume als auch Kulturen darunter. Diese doppelte Landnutzung kennen wir als Waldweiden im Jura, Kastanienselven im Tessin oder als klassische Hochstamm-Obstgärten bereits seit Jahrhunderten. Speziell der Unternutzen mit Wiesen und Weidehaltung ist für die Biodiversität interessant. Und schliesslich wollen wir die Chancen für die Biodiversität nutzen, die durch vordergründig zerstörerische Ereignisse wie Waldbrände oder Trockenstress entstehen.

    Eine auf Biodiversitätsförderung ausgerichtete nachhaltige Nutzung des Waldes ist aber nicht zum Nulltarif zu haben. Doch sie lohnt sich in verschiedener Hinsicht: Von vielfältig strukturierten, naturnahen Wäldern profitieren auch wir Menschen in mehrfacher Hinsicht, unter anderem als Erholungssuchende