Was rauscht und summt denn da?

    Mit Hilfe von Radargeräten lässt sich die saisonal schwankende Flugaktivität von Vögeln und Insekten messen.

    Mauersegler
    Mauersegler
    Foto © Daniele Occhiato

    Der freie Luftraum ist für zahlreiche Organismen ein wichtiger Lebensraum. Insekten und Vögel nutzen ihn unter anderem zur Nahrungssuche, für lokale Ortswechsel oder für saisonale Wanderungen. Während das Geschehen am Himmel zu den Hauptzugzeiten gut bekannt ist, gibt es in den anderen Jahreszeiten noch viel zu entdecken.

    Radargeräte sind bewährte Instrumente, um Bewegungen fliegender Tiere zu überwachen. Ein zweijähriges, kontinuierliches Radarüberwachungsprogramm des Luftraums über der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach hat gezeigt, dass die Flugaktivität im Sommer ähnlich hoch ist wie in den Zugzeiten. Aufgrund der mit dem Radar registrierten Flugrichtungen konnten die Anteile gerichteter Zugbewegungen und ungerichteter lokaler Flüge, etwa zur Nahrungssuche, ermittelt werden.

    Gesamthaft kam es pro Jahr im Luftraum oberhalb der Vogelwarte auf einer Linie von 1 km Breite zu mindestens 3 Millionen Vogel- und zu 20 Millionen Insektenpassagen. Die täglichen Flugbewegungen der lokalen Vögel im Sommer und der Durchzügler zu den Zugzeiten erreichten eine ähnliche Intensität. Im Frühjahr zeigten Vögel und Insekten unterschiedliche mittlere Flugrichtungen, im Herbst tendierten beide Gruppen nach Südwesten. Wenn man bei den Insekten vom Peak der Flugaktivitäten im Sommer absieht, gibt es zu allen Jahreszeiten ähnlich viele Zugbewegungen wie lokale Flugbewegungen. Das bedeutet, dass immer ein Teil der fliegenden Insekten mit einer bestimmten Vorzugsrichtung unterwegs ist, möglicherweise beeinflusst durch die aktuelle Windrichtung.

    Shi, X., B. Schmid, P. Tschanz, G. Segelbacher & F. Liechti (2021): Seasonal Trends in Movement Patterns of Birds and Insects Aloft Simultaneously Recorded by Radar. Remote Sensing 13: 1839. https://doi.org/10.3390/rs13091839.