Vogelwarte publiziert neuen Brutvogelatlas (14.11.2018)

      Am kommenden Samstag erscheint der neue Schweizer Brutvogelatlas, der auf der von 2013 bis 2016 durchgeführten Volkszählung der wildlebenden Vögel basiert. Er zeigt neben Zustand und Entwicklung der Schweizer Vogelwelt insbesondere auch die immensen Probleme der Vögel des Kulturlandes auf. Die landesweit über 2 000 Freiwilligen der Vogelwarte legten bei den Felderhebungen zu Fuss zusammen eine Strecke von hochgerechnet über 400 000 km zurück – einmal zum Mond.

      Titelseite des neuen Brutvogelatlas.
      Titelseite des neuen Brutvogelatlas.
      Foto © Schweizerische Vogelwarte Bild in Druckqualität
      Ansicht einer Doppelseite aus dem neuen Brutvogelatlas.
      Ansicht einer Doppelseite aus dem neuen Brutvogelatlas.
      Foto © Schweizerische Vogelwarte Bild in Druckqualität
      Der Wiedehopf ziert die Titelseite der neuen Schweizer Brutvogelatlas. Er ist eine jener bedrohten Vogelarten, die in den letzten Jahren erfolgreich gefördert werden konnten.
      Der Wiedehopf ziert die Titelseite der neuen Schweizer Brutvogelatlas. Er ist eine jener bedrohten Vogelarten, die in den letzten Jahren erfolgreich gefördert werden konnten.
      Foto © Markus Varesvuo Bild in Druckqualität
      Kaum eine Vogelart musste so schmerzhafte Verluste hinnehmen wie die populäre und einst allgegenwärtige Feldlerche. Sie leidet stark unter den Folgen der heutigen, wenig ökologischen Agrarpolitik.
      Kaum eine Vogelart musste so schmerzhafte Verluste hinnehmen wie die populäre und einst allgegenwärtige Feldlerche. Sie leidet stark unter den Folgen der heutigen, wenig ökologischen Agrarpolitik.
      Foto © Mathias Schäf Bild in Druckqualität
      Schweizweit gehören Vögel des Kulturlands zu den grossen Verlierern: Die Vogelarten der „Umweltziele Landwirtschaft“ (UZL) haben in den letzten 20 Jahren weiterhin abgenommen, wie die weitgehend rote Veränderungskarte zeigt. Die Karte entstand durch die Kombination der Veränderungskarten von 35 Arten.
      Schweizweit gehören Vögel des Kulturlands zu den grossen Verlierern: Die Vogelarten der „Umweltziele Landwirtschaft“ (UZL) haben in den letzten 20 Jahren weiterhin abgenommen, wie die weitgehend rote Veränderungskarte zeigt. Die Karte entstand durch die Kombination der Veränderungskarten von 35 Arten.
      Foto © Schweizerische Vogelwarte Bild in Druckqualität
      Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

      Sempach. – Der Zustand der Vogelwelt widerspiegelt den Umgang des Menschen mit der Natur. Der neu publizierte Brutvogelatlas 2013–2016 illustriert den aktuellen Zustand und die Entwicklung der Schweizer Vogelwelt. Das umfassende Standardwerk zeigt damit auch auf, wo in der Schweiz dringender Handlungsbedarf beim Schutz der Biodiversität besteht.

      Dieses grösste je in der Schweiz durchgeführte feldornithologische Projekt wäre ohne eine breite Unterstützung nicht möglich gewesen. Über 2 000 Freiwillige waren von frühmorgens bis spätabends unterwegs, besuchten abgelegene Gebiete und investierten unzählige Stunden in die Suche nach seltenen und schwierig nachzuweisenden Brutvögeln. Für die Volkszählung der Vögel legten die Ornithologinnen und Ornithologen zu Fuss zusammen eine Strecke von hochgerechnet über 400 000 km zurück.

      Der Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen, denen die Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig Jahren unterworfen war. Viele Waldvögel haben seit den Neunzigerjahren im Bestand zugenommen. Ebenso zugelegt haben Vogelarten, für die gezielte Förderungsmassnahmen ergriffen werden konnten, beispielsweise Wiedehopf, Bartgeier und Kiebitz. Die Vögel des Kulturlandes hingegen mussten seit den Neunzigerjahren weiter stark Federn lassen. Die zu intensive Landwirtschaft mit hohem Dünger- und Pestizideinsatz, zu frühem und zu häufigem Grasschnitt und der Zerstörung von Kleinstrukturen wie Hecken fordert ihren Tribut. Diese Entwicklung muss bei der zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik dringend korrigiert werden.

      Auf Grundlage des Atlas lanciert die Vogelwarte Sempach nun eine 11 Punkte umfassende Strategie der nötigen Bestrebungen für den Vogelschutz, um dereinst eine positivere Bilanz zu ziehen.

       

      Zum Beitrag in der Tagesschau über den Schweizer Brutvogelatlas.

       

      Quelle
      Der neue Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016 ist in drei Sprachversionen ab sofort für Fr. 88.– an der Schweizerischen Vogelwarte unter www.vogelwarte.ch/shop und im Buchhandel erhältlich:

      Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

      Brutvogelatlas online
      Ab Januar 2019 sind sämtliche Inhalte des Atlas interaktiv online zugänglich: www.vogelwarte.ch/atlas. Schon jetzt gibt es hier ein Video, Leseproben sowie Infos und Zahlen zum Brutvogelatlas.

      Weitere Auskünfte

      Livio Rey
      Schweizerische Vogelwarte
      6204 Sempach
      Tel. 041 462 97 14
      livio.rey@vogelwarte.ch