Neue Lebensräume für Vögel im Wauwilermoos (13.05.2017)

    Das Wauwilermoos wird für Vögel und Besuchende noch attraktiver. Neu ausgehobene Flutmulden nördlich des Reservats bieten rastenden Zugvögeln Lebensraum, und der moderne Holzturm lädt zum Beobachten ein. Mit einem kleinen Festakt übergab die Vogelwarte Sempach der Natur und der Bevölkerung diese neue Infrastruktur.

    Der neue Holzturm der Vogelwarte Sempach lädt dazu ein, die Vogelwelt und die Landschaft im Wauwilermoos zu bewundern.
    Der neue Holzturm der Vogelwarte Sempach lädt dazu ein, die Vogelwelt und die Landschaft im Wauwilermoos zu bewundern.
    Foto © Michael Schaad Bild in Druckqualität
    Die Wauwiler Ebene ist das landesweit wichtigste Brutvorkommen des bedrohten Kiebitz.
    Die Wauwiler Ebene ist das landesweit wichtigste Brutvorkommen des bedrohten Kiebitz.
    Foto © Matthias Kestenholz Bild in Druckqualität
    Flächen, die nicht ganzjährig von Wasser bedeckt werden, sind heute im Kulturland Mangelware. In solchen Flutmulden leben Kreuzkröten, und Watvögel rasten auf dem Zug in ihre Brutgebiete.
    Flächen, die nicht ganzjährig von Wasser bedeckt werden, sind heute im Kulturland Mangelware. In solchen Flutmulden leben Kreuzkröten, und Watvögel rasten auf dem Zug in ihre Brutgebiete.
    Foto © Marcel Burkhardt Bild in Druckqualität
    Matthias Kestenholz von der Vogelwarte dankt dem Kanton Luzern, den Partnern und den Donatoren für ihre Unterstützung bei den Aufwertungen für die Natur.
    Matthias Kestenholz von der Vogelwarte dankt dem Kanton Luzern, den Partnern und den Donatoren für ihre Unterstützung bei den Aufwertungen für die Natur.
    Foto © Marcel Burkhardt Bild in Druckqualität
    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach. – Das Wauwilermoos wird gleich doppelt beschenkt. Es erhält neue Flutmulden als wichtigen Lebensraum für Amphibien, Libellen und rastende Watvögel. Und es erhält einen neuen Beobachtungsturm, der den Besuchenden einen erstklassigen Einblick ins Reservat bietet. „Die Tiere haben die neuen Flutmulden schnell besiedelt, und die Naturfreunde nutzen den neuen Turm schon rege. Beides zeigt, dass die neue Infrastruktur einem grossen Bedürfnis entspricht“, freut sich Projektleiter Roman Graf von der Vogelwarte Sempach.

    Der neue Beobachtungsturm steht am Ufer der Ron im Zentrum der Wauwiler Ebene. Die fast 7 m hohe Holzkonstruktion bietet einen fantastischen Blick über das Reservat. Von hier aus kann man die Moorlandschaft geniessen und die Natur beobachten, ohne zu stören. Der Turm ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich. Beim Bau durfte die Vogelwarte Sempach auf die Unterstützung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern zählen.

    Die neuen Flutmulden schliessen direkt nördlich ans Reservat an. Dort stellte die Strafanstalt rund eine Hektare Land für extensive landwirtschaftlich Nutzung und für Naturschutzzwecke zur Verfügung. Die Mulden werden nur zeitweise mit Wasser gefüllt sein. Der Wasserstand wird über das benachbarte Pumpwerk reguliert. Temporäre Flachgewässer mit schwankendem Wasserstand sind in unserer Kulturlandschaft echte Mangelware. In ihnen leben zahlreiche Kleintiere wie die Kreuzkröte oder die Sumpf-Heidelibelle. Diese Lebensraum-Spezialisten sind heute selten und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

    „Landschaftsperle“ Wauwiler Ebene

    Die Wauwiler Ebene ist eine weite und unverbaute Landschaft, wie es sie heutzutage im Schweizer Mittelland kaum mehr gibt. Sie steht deshalb im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Regionale Entwicklungsträger Sursee – Mittelland spricht gar von einer „naturräumlichen Landschaftsperle“. Der Kernbereich der Wauwiler Ebene ist durch die Wasser- und Zugvogelverordnung des Bundes geschützt und beherbergt das wichtigste Brutvorkommen des Kiebitzes in der Schweiz.

    Dank für die grosse und breite Unterstützung
    Die Schweizerische Vogelwarte Sempach dankt für die grosszügige Unterstützung ihres Engagements im Wauwilermoos. Insbesondere der Fonds Landschaft Schweiz, die Albert Koechlin Stiftung, der Lotteriefonds des Kantons Luzern, die Stiftung Yvonne Jakob und die Thurnherr-Jenny-Stiftung stellten namhafte Beiträge zur Verfügung.
    Für die Realisierung entscheidend war zudem der Support durch die Justizvollzugsanstalt, die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa), den Verein Netz Wauwiler Ebene mit den Gemeinden Egolzwil, Ettiswil, Knutwil, Mauensee, Schötz und Wauwil sowie BirdLife Luzern mit seinen Natur- und Vogelschutzvereinen.

    Weitere Auskünfte

    Michael Schaad
    Tel. 041 462 97 35
    michael.schaad@vogelwarte.ch

    Roman Graf
    Tel. 041 462 97 43
    roman.graf@vogelwarte.ch