Die Schweizerische Vogelwarte Sempach rät: Hände weg von Jungvögeln! (27.04.2016)

    Viele Jungvögel verlassen ihr Nest noch bevor sie richtig fliegen können. Aber auch ausserhalb des Nestes werden sie weiterhin von ihren Eltern gefüttert und umsorgt. Die Schweizerische Vogelwarte empfiehlt daher, Jungvögel dort zu lassen, wo sie sind.

    Dieser junge Gimpel ist noch nicht selbständig. Er wird von seinen Eltern aber auch ausserhalb des Nestes weiter betreut.
    Dieser junge Gimpel ist noch nicht selbständig. Er wird von seinen Eltern aber auch ausserhalb des Nestes weiter betreut.
    Foto © Marcel Burkhardt Bild in Druckqualität
    Das Themenheft Vogelkinder
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    Foto © Archiv Schweizerische Vogelwarte Bild in Druckqualität
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    Sempach. – In der Vogelpflegestation der Schweizerischen Vogelwarte herrscht momentan Hochbetrieb. Täglich werden zahlreiche scheinbar verwaiste Jungvögel eingeliefert. 2015 wurden dort rund 800 Jungvögel aufgezogen. Diese gut gemeinte Hilfe ist aber in den meisten Fällen gar nicht nötig. Im Gegenteil: Oft führt sie dazu, dass gesunde Jungvögel von ihren Eltern getrennt werden.

    Nur scheinbar verlassen
    Ein Jungvogel ist meist nur scheinbar verlassen und hilflos. Er wird auch nach dem Verlassen des Nestes von seinen Eltern weiter gefüttert und betreut. Daher gilt: Jungvögel dort lassen, wo sie sind! „Zwar geht es den Jungen bei uns gut, und sie können in Ruhe heranwachsen. Wir können ihnen aber nicht alles beibringen, was sie von ihren Eltern lernen würden“, weiss Vreni Mattmann, Tierpflegerin an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. „Dies könnte sich später negativ auf ihre Überlebenschancen auswirken.“

    Wann ist ein Eingreifen sinnvoll?
    Die Vogelwarte empfiehlt, Jungvögel grundsätzlich an ihrem Fundort zu lassen. Einschreiten soll man nur, wenn sich ein Vogel in unmittelbarer Gefahr befindet. Sitzt z.B. eine junge Amsel auf der Strasse, so kann man sie – auch mit blossen Händen – aufheben und ins nächste Gebüsch tragen. Danach werden die Altvögel sie weiter füttern.
    Ist der Jungvogel verletzt oder wird er von den Eltern während einer Stunde nicht mehr gefüttert, bringt man ihn am besten in die nächstgelegene Pflegestation. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach vermittelt gerne die entsprechende Adresse.

     

    Was tun?
    Verletzte und kranke Vögel sowie verlassene Jungvögel gehören in die Hände von Fachleuten! Die Schweizerische Vogelwarte Sempach betreibt eine eigene Pflegestation. Diese kann unter Tel. 041 462 97 00 und ohne Voranmeldung (Mo-Fr 8-12 Uhr und 14-17 Uhr) erreicht werden; an Wochenenden und Feiertagen ist ein Pikettdienst organisiert.

     

    Themenheft "Vogelkinder"
    Das Themenheft 2016 der Schweizerischen Vogelwarte widmet sich den Vogelkindern. Darin erfahren Sie mehr über die Kindheit der Vögel – vom Schlüpfen über das Ausfliegen bis zum ersten Zug in die Winterquartiere.

    Vogelkinder
    33 Seiten
    16.5 x 23 cm
    CHF 5.00

    Die Broschüre kann per Internet unter www.vogelwarte.ch/de/shop/broschueren oder per Telefon
    an 041 462 97 00 bestellt werden.

    Weitere Auskünfte

    Michael Schaad
    Schweizerische Vogelwarte
    6204 Sempach
    Tel. 041 462 97 35
    michael.schaad@vogelwarte.ch

    Vreni Mattmann
    Schweizerische Vogelwarte
    6204 Sempach
    Tel. 041 462 97 49
    vreni.mattmann@vogelwarte.ch