Hände weg von Jungvögeln! (16.04.2019)

      Viele Jungvögel verlassen ihr Nest noch bevor sie richtig fliegen können. Doch auch ausserhalb des Nestes werden sie weiterhin von ihren Eltern gefüttert und umsorgt. Die Schweizerische Vogelwarte empfiehlt daher, Jungvögel dort zu lassen, wo sie sind.

      Diese junge Kohlmeise ist noch nicht selbständig. Sie wird von ihren Eltern aber auch ausserhalb des Nestes so lange wie nötig weiter betreut.
      Diese junge Kohlmeise ist noch nicht selbständig. Sie wird von ihren Eltern aber auch ausserhalb des Nestes so lange wie nötig weiter betreut.
      Foto © Marcel Burkhardt Bild in Druckqualität
      Um einen Jungvogel an einen sicheren Ort zu transportieren, darf man ihn ruhig auch mit blossen Händen anfassen. Die Eltern kümmern sich danach weiter um den Jungvogel, bis er selbstständig ist.
      Um einen Jungvogel an einen sicheren Ort zu transportieren, darf man ihn ruhig auch mit blossen Händen anfassen. Die Eltern kümmern sich danach weiter um den Jungvogel, bis er selbstständig ist.
      Foto © Lukas Linder Bild in Druckqualität
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      Sempach. – Mit dem Beginn der Brutzeit sind bereits die ersten scheinbar verwaisten Jungvögel in die Vogelpflegestation der Schweizerischen Vogelwarte eingeliefert worden. Diese gut gemeinte Hilfe ist aber in den meisten Fällen gar nicht nötig. Im Gegenteil: Oft führt sie dazu, dass gesunde Jungvögel von ihren Eltern getrennt werden.

      Ein Jungvogel ist meist nur scheinbar alleine und hilflos. Er wird auch nach dem Verlassen des Nestes von seinen Eltern weiterhin gefüttert und betreut. Daher gilt: Jungvögel dort lassen, wo sie sind! „Zwar geht es den Kleinen bei uns gut, und sie können in Ruhe heranwachsen. Wir können ihnen aber nicht alles beibringen, was sie von ihren Eltern lernen würden“, weiss Prisca Mattmann, Tierärztin an der Vogelwarte. „Dies könnte sich später negativ auf ihre Überlebenschancen auswirken“.

      Die Vogelwarte empfiehlt deshalb, Jungvögel grundsätzlich an ihrem Fundort zu lassen. Einschreiten soll man nur, wenn sich ein Vogel in unmittelbarer Gefahr befindet. Sitzt beispielsweise eine junge Amsel auf der Strasse, so kann man sie – auch mit blossen Händen – aufheben und ins nächste Gebüsch tragen. Dort werden die Altvögel sie auch weiterhin füttern. Ist hingegen ein Jungvogel verletzt oder wird er von den Eltern während mehreren Stunden nicht mehr gefüttert, bringt man ihn am besten in die nächstgelegene Pflegestation. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach vermittelt gerne die entsprechende Adresse.

      Was tun?
      Verletzte und kranke Vögel sowie verlassene Jungvögel gehören in die Hände von Fachleuten! Die Schweizerische Vogelwarte Sempach betreibt eine eigene Pflegestation. Diese kann unter Tel. 041 462 97 00 und ohne Voranmeldung (Mo-Fr 8-12 Uhr und 13.30-17 Uhr) erreicht werden; an Wochenenden und Feiertagen ist ein Pikettdienst organisiert.

      Weitere Auskünfte

      Livio Rey
      Schweizerische Vogelwarte
      6204 Sempach
      Tel. 041 462 97 14
      livio.rey@vogelwarte.ch