Turm und Tümpel für das Wauwilermoos (10.02.2016)

    Das Naturschutzgebiet Wauwilermoos wird für Vögel und Besuchende attraktiver. Nördlich des Reservats werden neue Flachwasserzonen geschaffen, in denen Zugvögel rasten können. Zudem ersetzt die Vogelwarte Sempach ihre alte Beringerhütte durch einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsturm.

    Die Kreuzkröte wird von den neuen Flachgewässern profitieren. Die Wauwiler Ebene ist eines der wenigen Gebiete, wo sie noch im Landwirtschaftsland vorkommt.
    Die Kreuzkröte wird von den neuen Flachgewässern profitieren. Die Wauwiler Ebene ist eines der wenigen Gebiete, wo sie noch im Landwirtschaftsland vorkommt.
    Foto © Niklaus Zbinden Bild in Druckqualität
    Solche wertvollen, nur zeitweise Wasser führende Tümpel sollen nördlich des Naturschutzgebietes Wauwilermoos entstehen.
    Solche wertvollen, nur zeitweise Wasser führende Tümpel sollen nördlich des Naturschutzgebietes Wauwilermoos entstehen.
    Foto © Roman Graf Bild in Druckqualität
    Die Tage der alten Beringerhütte sind gezählt. Die Vogelwarte Sempach ersetzt sie durch einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsturm.
    Die Tage der alten Beringerhütte sind gezählt. Die Vogelwarte Sempach ersetzt sie durch einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsturm.
    Foto © Roman Graf Bild in Druckqualität
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    Sempach. – Die Holzkonstruktion der „Beringerhütte“ am Ufer der Ron ist in die Jahre gekommen. Deshalb beschloss die Vogelwarte, an ihrer Stelle einen öffentlich zugänglichen Beobachtungsturm zu bauen. Vom Dachgeschoss wird man künftig einen fantastischen Blick über das kantonale Naturschutzgebiet und den nördlich anschliessenden naturnahen Bereich haben, der von Landwirten und vom Natur- und Vogelschutzverein Wauwil-Egolzwil gepflegt wird. Unterstützt wird dieses Vorhaben von der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern und von BirdLife Luzern. Bereits in wenigen Tagen wird die alte Hütte abgebrochen und später durch den in Fertigbauweise erstellten neuen Holzturm ersetzt. 

    Doch auch die Natur soll profitieren. Deshalb wird nördlich des Turms ein Streifen Land aufgewertet. Die Betonstrasse, welche die Nordgrenze dieses Streifens bildet, wird abgetragen und durch eine 35 m weiter nördlich liegende Naturstrasse ersetzt. Dadurch steht künftig rund eine Hektare Land für extensive landwirtschaftlich Nutzung und für Naturschutzzwecke zur Verfügung. Dort werden mehrere seichte Tümpel angelegt, die aber nur zeitweise Wasser führen, so dass ein Streueschnitt möglich bleibt. Der Wasserstand dieser Tümpel wird über das Meliorations-Pumpwerks reguliert. Mit dem Ausheben der Tümpel wird begonnen, sobald der Boden hart genug, also stark gefroren oder trocken ist.

    Das Wauwilermoos ist ein wichtiges Rastgebiet für durchziehende Wat- und Wasservögel. Für die Nahrungssuche schätzen die Vogelarten breite, schlammige Ufer und vernässte Wiesen, wie sie nun neu entstehen. Von den temporären Gewässern profitieren aber auch zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten, wie die Kreuzkröte oder die Sumpf-Heidelibelle. Diese Lebensraum-Spezialisten sind heute selten und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Flachgewässer mit schwankendem Wasserstand sind in unserer Kulturlandschaft echte Mangelware.

    Mehrere Geldgeber unterstützen das Projekt in verdankenswerter Weise. Unter anderem stellen die Albert Koechlin Stiftung, der Fonds Landschaft Schweiz, der Lotteriefonds des Kantons Luzern, die Stiftung Yvonne Jakob und die Thurnheer-Jenny-Stiftung namhafte Beiträge zur Verfügung.

    Weitere Auskünfte

    Roman Graf
    Tel. 041 762 97 43
    roman.graf@vogelwarte.ch

    Michael Schaad
    Tel. 041 462 97 35
    michael.schaad@vogelwarte.ch