Unsere Vögel haben’s nicht leicht (25.01.2016)

    Neben dem Verlust des Lebensraums drohen den Vögeln in der Schweiz weitere Gefahren, wie etwa die vom Menschen verursachte Umweltbelastung mit Giftstoffen. Als zunehmend problematisch erweisen sich aber insbesondere Störungen durch den Menschen. Dieses Thema prägte denn auch das alljährliche Treffen der freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte vom letzten Wochenende in Sempach.

    Insbesondere während der Balz sind Auerhähne extrem störungsempfindlich und fliegen bereits bei der leisesten Störung ab.
    Insbesondere während der Balz sind Auerhähne extrem störungsempfindlich und fliegen bereits bei der leisesten Störung ab.
    Foto © Alex Labhardt Bild in Druckqualität
    Rund 400 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte informierten sich an ihrem Jahrestreffen in Sempach über die Auswirkung von Störungen auf die Schweizer Vogelwelt.
    Rund 400 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte informierten sich an ihrem Jahrestreffen in Sempach über die Auswirkung von Störungen auf die Schweizer Vogelwelt.
    Foto © Marcel Burkhardt Bild in Druckqualität
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    Sempach. – Für die Vögel in der Schweiz ist der Verlust des Lebensraums ein ernsthaftes Problem. Als ob das nicht genug wäre, machen ihnen Pestizide und andere Umweltgifte das Leben schwer. Einzelne Vogelarten leiden zusätzlich unter der Jagd, nicht nur in ihrem Brutgebiet, sondern auch auf dem Zug und im Winterquartier.

    Etliche Vogelarten reagieren zudem sehr empfindlich auf die Anwesenheit des Menschen, was bei ihnen Stress auslöst. Das ist insbesondere in schwierigen Zeiten wie im Winter problematisch. Eine Studie der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zeigte, dass das Auerhuhn besonders in der kalten Jahreszeit unter solchen Störungen leidet. Bei tiefem Schnee ernähren sich die Hühner fast ausschliesslich von Tannennadeln, die nur wenig Energie liefern. Wenn sie in dieser Zeit von Wintersportlern überrascht werden und wegfliegen müssen, schwächt das ihre Kondition. Das kann sich negativ auf den Bruterfolg im nächsten Frühling auswirken!

    Eine weitere Störungsquellen sind zunehmende und teils neue Freiluftaktivitäten, wie die Kletterei oder das Geocaching. Diese gewinnen immer mehr Anhänger, und die Zahl der Drohnen am Schweizer Himmel nimmt ebenfalls zu. Insbesondere das störungsempfindliche Auerhuhn leidet zudem unter dem Bau von Forststrassen, was grosse Unruhe in abgelegene Wälder bringt.

    Störungen und ihre Wirkung auf die Vogelwelt waren das Hauptthema der 76. Jahrestagung der freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte, die am letzten Wochenende in Sempach stattfand. Daneben liessen sich die rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch über die Zwischenergebnisse zur Volkszählung der Vögel informieren und für deren letzte Feldsaison motivieren.

     

    Freiwillige Mitarbeitende der Vogelwarte Sempach
    Rund 2200 freiwillige Mitarbeitende der Schweizerischen Vogelwarte sind im ganzen Land und bei jedem Wetter unterwegs, um Vögel zu beobachten und zu zählen. Sie liefern wertvolle Daten für die verschiedenen Monitoring-Projekte der Vogelwarte. Einmal im Jahr treffen sich diese Freiwilligen in Sempach zur traditionellen Januartagung, wo sie sich über Aktuelles aus der Vogelwelt und Fortschritte in den Projekten informieren lassen. Die 400 Anwesenden haben beim diesjährigen Schwerpunkt „Störungen – von der Forschung zum Naturschutz“ vieles über durch Menschen ausgelöste Störung der Vogelwelt erfahren.

    Weitere Auskünfte

    Michael Schaad
    Schweizerische Vogelwarte
    6204 Sempach
    Tel. 041 462 97 35
    michael.schaad@vogelwarte.ch