Nächstes Wochenende: Weltneuheit an der Vogelwarte (18.10.2016)

    Der Vogelzug über Sempach kann ab sofort live verfolgt werden. Radarbilder vom Zuggeschehen über dem Besuchszentrum der Vogelwarte werden vom Dach aus direkt in den Besuchsbereich übertragen. Die kontinuierlichen Aufzeichnungen dienen zudem als Referenzwerte für kommende Forschungsprojekte.

    Anhand der Flügelschlagmuster kann mit dem Radar zwischen Wasservögeln (hier im Bild ein Trupp von Grossen Brachvögeln) und Singvögeln sowie zwischen kleinen und grossen Arten unterschieden werden.
    Anhand der Flügelschlagmuster kann mit dem Radar zwischen Wasservögeln (hier im Bild ein Trupp von Grossen Brachvögeln) und Singvögeln sowie zwischen kleinen und grossen Arten unterschieden werden.
    Foto © Zdenek Tunka Bild in Druckqualität
    Der Radar befindet sich auf dem Dach des Besuchszentrums und misst permanent die Vogelaktivität im Himmel über Sempach.
    Der Radar befindet sich auf dem Dach des Besuchszentrums und misst permanent die Vogelaktivität im Himmel über Sempach.
    Foto © Schweizerische Vogelwarte Sempach Bild in Druckqualität
    Die unentgeltliche Verwendung ist ausschliesslich im Zusammenhang mit dieser Medienmitteilung gestattet. Das korrekte Ausweisen des Fotoautors wird vorausgesetzt.

    Sempach. – Auf dem Dach des Besuchszentrums der Schweizerischen Vogelwarte Sempach steht eine eigentümliche Kuppel. Es handelt sich dabei um einen Radar, der das Phänomen Vogelzug live erfasst. Die Daten werden in Echtzeit ausgewertet und danach auf einem Bildschirm dargestellt. So können Besuchende live mitverfolgen, wie viele Vögel über Sempach fliegen und zu welcher Artgruppe diese gehören. Jetzt im Herbst ist dies besonders spannend, ist doch im Moment der Vogelzug Richtung Süden in vollem Gange.

    Der Radar dient jedoch nicht nur zur bildlichen Darstellung des aktuellen Vogelzuggeschehens. Er liefert auch wichtige Grundlagendaten für die Forschung. Durch die kontinuierliche Erfassung kann der Vogelzug am gleichen Ort bei verschiedenen Wind- und Wetterverhältnissen verglichen werden, ebenso Unterschiede der Zugintensität über die Jahre hinweg. Mit dem Radar wird insbesondere auch der nächtliche Vogelzug registriert. Zwei Drittel der Zugvogelarten sind nachts unterwegs und lassen sich anderweitig kaum beobachten.

    Der Einsatz von Radargeräten wirft nicht nur Licht ins Dunkel der noch nicht gelösten Vogelzugrätsel, er dient neuerdings auch der Abschätzung negativer Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Zugvögel.

    Der Radar im Besuchszentrum
    Am kommenden Wochenende vom 22./23. Oktober 2016 wird der Radar der Öffentlichkeit präsentiert. Dann erklären Sempacher Vogelzugexperten im Besuchszentrum der Vogelwarte die Funktionsweise des Radars und beantworten Fragen zum Vogelzug aus der Bevölkerung.

    Weitere Auskünfte

    Felix Liechti
    Tel. 041 462 97 82
    felix.liechti@vogelwarte.ch

    Livio Rey
    Tel. 041 462 97 14
    livio.rey@vogelwarte.ch

    Medienmitteilung

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