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Feldsperling © Mathias Schäf
Tätigkeitsbericht 2025 – Förderung

Tätigkeiten in der Förderung

Weil die Schweiz ein wichtiges Transitland für Zugvögel ist, aber geeignete Rastplätze rar sind, schaffen wir in verschiedenen Regionen für Watvögel Flächen, auf denen sie auftanken können. Und für die vom Aussterben bedrohte Grauammer bieten wir im Kulturland Buntbrachen, Hecken und Asthaufen an, um diese Art und weitere Profiteure zu erhalten. Beim Auerhuhn sind wir in der Zentralschweiz schon einen Schritt weiter: Hier zeichnet sich dank forstlicher Massnahmen eine Trendwende für diese störungsempfindliche Art ab.

Lichtblick für das Auerhuhn

Das Auerhuhn ist auf naturnahe und störungsarme Wälder angewiesen. Da solche Lebensräume immer seltener werden, nimmt auch der Bestand des Auerhuhns ab. Nun zeichnet sich aber eine Trendwende ab.

Der Zustand der Auerhuhnbestände in der Schweiz ist kritisch. Ihre Grösse hat sich in den letzten rund fünf Jahrzehnten mehr als halbiert. Auf der Roten Liste gilt die Art deshalb als stark gefährdet. Hauptgrund dafür ist die Verdichtung und damit Verdunkelung der Wälder. Ein weiteres Problem sind mehr Waldwege und -strassen, die zu mehr Störungen durch Freizeitnutzung führen.

In den letzten Jahren aber hat sich die Situation für das Auerhuhn insbesondere in der Zentral- und Ostschweiz stabilisiert oder sogar verbessert. Im Kanton Schwyz gelang es seit 2016, die Population um über 20 Prozent zu vergrössern, und im Kanton Zug hat das Auerhuhn einen grösseren Waldkomplex wiederbesiedelt.

Diese Erfolge verdanken wir der Umsetzung des Aktionsplans Auerhuhn Schweiz. Mit forstlichen Massnahmen, etwa durch Auflichtung von Wäldern, wurde die Qualität des Lebensraums in Zusammenarbeit mit den Kantonen verbessert. Zum Schutz vor Störungen haben sie Wildruhezonen eingerichtet. Die Vogelwarte setzt ihre Förderung fort, sie berät und unterstützt die kantonalen Behörden bei den Massnahmen zum Schutz des Auerhuhns.

Das Auerhuhn ist ein Symbol für ursprüngliche Wälder. Umso erfreulicher sind die aktuellen Tendenzen, die zeigen, dass es in der Schweiz auch für anspruchsvolle und störungsanfällige Arten mehr Platz zum Leben geben kann.

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Neue Oasen für Watvögel

Für Zugvögel ist die Schweiz ein wichtiges Transitland. Doch attraktive Rastplätze für Watvögel sind rar. In verschiedenen Regionen wurden deshalb neue geschaffen, die den Vögeln auf ihren langen Reisen wertvolle Ruhe- und Nahrungsplätze bieten.

In den vergangenen zwei Jahrhunderten hat der Mensch sehr viele Feuchtgebiete der Schweiz zerstört. Viele Schwemmebenen wurden entwässert und in landwirtschaftliche Nutzflächen und Siedlungsgebiet umgewandelt, was den Lebensraum für viele Arten drastisch reduziert hat. Davon betroffen sind auch Watvögel, die zum Rasten auf dem Zug auf Übergangsbereiche von Wasser zu Land angewiesen sind.

Um den Watvögeln attraktive Rastplätze zu bieten, wurden zum Beispiel künstliche Inseln auf Schweizer Seen eingerichtet oder Flussdeltas revitalisiert, wie etwa im Urner Reussdelta. Diese Orte bieten den Vögeln sichere Rastplätze und sind während der Zugzeiten stark besucht. Auch ein zeitweise vernässtes Feld wurde mit Unterstützung der Vogelwarte eingerichtet, das Gebiet «les Quatre-Vingts» in der Nähe von Yverdon-les-Bains. Dieses hat sich schnell zu einem Paradies für Regenpfeifer, Strandläufer und Schnepfen entwickelt. Seit 2017 wurden dort 29 verschiedene Watvogelarten beobachtet.

Um ein Netzwerk von Rastplätzen in allen Landesgegenden zu schaffen, braucht es weitere geeignete Standorte. Die Vogelwarte unterstützt mit ihrem Ressort «Aufschwung für die Vogelwelt» entsprechende Bestrebungen mit fachlicher und finanzieller Hilfe, um Projekte zur Aufwertung und langfristigen Sicherung von Lebensräumen in der ganzen Schweiz durchzuführen.

Bunte Brachen für die Grauammer

In der Region Orbe werden Buntbrachen, Hecken, Asthaufen und mehr geschaffen, um die vom Aussterben bedrohte Grauammer zu erhalten.

Den Vogelarten des Kulturlands setzt intensive Bewirtschaftung arg zu. Für die Grauammer kommt erschwerend hinzu, dass viele Hecken und Einzelbäume verschwunden sind, die ihr Nahrungsquellen und Schutz geboten hatten. In der Region Orbe lebt mittlerweile ein Fünftel des Schweizer Bestands der Grauammer. Daher hat die Vogelwarte dort mit Unterstützung des Amts für Umwelt des Kantons Waadt auf 15 Quadratkilometern ein Förderprojekt gestartet. In umfassenden Erhebungen werden die Reviere und Bruten der Grauammer erfasst. Zusätzlich werden Massnahmen getroffen, um ihre Nester vor der Zerstörung bei der Wiesen-Mahd zu schützen. Die Kernstücke des neuen Projekts bilden umfangreiche, dauerhafte Aufwertungen wie Hecken oder Buntbrachen, die engagierte Landwirtinnen und Landwirte auf ihren Parzellen anlegen.

Mit schönem Erfolg: Seit Projektstart im Jahr 2023 ist der Anteil an Biodiversitätsförderflächen im Landwirtschaftsland dieser Region deutlich angestiegen! Weitere Vogelarten des Kulturlands wie Feldlerche, Neuntöter und Schwarzkehlchen profitieren ebenfalls. In den folgenden Jahren wird die Vogelwarte in enger Zusammenarbeit mit engagierten Bauernfamilien und mit Hilfe des Kantons Waadt weiter daran arbeiten, den Lebensraum der Grauammer aufzuwerten.

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Mehr Wohnraum für Gebäudebrüter

Durch Renovationen und Abrisse werden jedes Jahr zahlreiche Nistplätze von Seglern und Schwalben zerstört. Ein Inventar der Neststandorte soll dazu beitragen, die Brutplätze zu erhalten.

Verschiedene Vogelarten nutzen Gebäude als Brutplätze: Einige sind regelrechte Spezialisten, die fast nur noch an Gebäuden brüten. Dazu gehören Mehl- und Rauchschwalbe sowie Mauer- und Alpensegler. Sie sind darauf angewiesen, dass sie ihre Brutplätze über viele Jahre lang nutzen können. Auch neue Paare siedeln sich bevorzugt dort an und erhalten bzw. vergrössern so die Kolonien. Durch Renovationen oder Abrisse gehen allerdings Jahr für Jahr zahlreiche Brutstandorte verloren. Hinzu kommt, dass andernorts die Vögel nicht mehr geduldet werden, oder die moderne Bauweise eine Ansiedlung verhindert. Wenig verwunderlich also, dass alle vier Arten als potenziell gefährdet gelten.

Systematische Erfassungen der Brutplätze, sogenannte Inventare, tragen dazu bei, bedeutende Gebäude zu identifizieren. Ein ambitioniertes Projekt hatte der Kanton Basel-Stadt lanciert, in dessen Auftrag die Vogelwarte 2022–2024 die Brutplätze von Mauer- und Alpensegler sowie Mehl- und Rauchschwalbe kartierte. Da die Dichte an Mauerseglern dort besonders hoch ist, spielt dieser Kanton eine schweizweit zentrale Rolle für die Art. Mit Hilfe des Inventars kann bei Bauprojekten besser Rücksicht genommen werden, und Verantwortliche erkennen leichter, an welchen Standorten Fördermassnahmen besonders bedeutend sind.

Die Vogelwarte setzt sich dafür ein, dass zukünftig auch in weiteren Siedlungsgebieten Gebäudebrüter systematisch erfasst und so besser unterstützt werden. Die empfohlenen Methoden und Instrumente stellt die Vogelwarte interessierten Behörden und den Aktiven gerne zur Verfügung.

Möchten Sie die Förderung von Seglern und Schwalben unterstützen?

Kontaktieren Sie uns unter: delichon@vogelwarte.ch

Vogelwarte 2025

Naturschutz steht vielerorts nicht mehr auf der Prioritätenliste. Gerade deshalb verstärkt die Schweizerische Vogelwarte ihren Einsatz für die Vögel weiter. Unsere sachbezogene Tätigkeit zum Wohl der Vögel ist nötiger denn je. Wir sind überzeugt, dass wissenschaftliche Analysen und engagiertes Handeln auch in schwierigen Zeiten der richtige Weg sind.

Tätigkeitsbericht 2025

Vogelwarte 2025

Naturschutz steht vielerorts nicht mehr auf der Prioritätenliste. Gerade deshalb verstärkt die Schweizerische Vogelwarte ihren Einsatz für die Vögel weiter. Unsere sachbezogene Tätigkeit zum Wohl der Vögel ist nötiger denn je. Wir sind überzeugt, dass wissenschaftliche Analysen und engagiertes Handeln auch in schwierigen Zeiten der richtige Weg sind.

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