Verschiedene Vogelarten nutzen Gebäude als Brutplätze: Einige sind regelrechte Spezialisten, die fast nur noch an Gebäuden brüten. Dazu gehören Mehl- und Rauchschwalbe sowie Mauer- und Alpensegler. Sie sind darauf angewiesen, dass sie ihre Brutplätze über viele Jahre lang nutzen können. Auch neue Paare siedeln sich bevorzugt dort an und erhalten bzw. vergrössern so die Kolonien. Durch Renovationen oder Abrisse gehen allerdings Jahr für Jahr zahlreiche Brutstandorte verloren. Hinzu kommt, dass andernorts die Vögel nicht mehr geduldet werden, oder die moderne Bauweise eine Ansiedlung verhindert. Wenig verwunderlich also, dass alle vier Arten als potenziell gefährdet gelten.
Systematische Erfassungen der Brutplätze, sogenannte Inventare, tragen dazu bei, bedeutende Gebäude zu identifizieren. Ein ambitioniertes Projekt hatte der Kanton Basel-Stadt lanciert, in dessen Auftrag die Vogelwarte 2022–2024 die Brutplätze von Mauer- und Alpensegler sowie Mehl- und Rauchschwalbe kartierte. Da die Dichte an Mauerseglern dort besonders hoch ist, spielt dieser Kanton eine schweizweit zentrale Rolle für die Art. Mit Hilfe des Inventars kann bei Bauprojekten besser Rücksicht genommen werden, und Verantwortliche erkennen leichter, an welchen Standorten Fördermassnahmen besonders bedeutend sind.
Die Vogelwarte setzt sich dafür ein, dass zukünftig auch in weiteren Siedlungsgebieten Gebäudebrüter systematisch erfasst und so besser unterstützt werden. Die empfohlenen Methoden und Instrumente stellt die Vogelwarte interessierten Behörden und den Aktiven gerne zur Verfügung.