Publications

    

    Moser, I. & P. Horch (2013)

    Förderung von Vogelarten der baumbestandenen Kulturlandschaft im St. Galler Rheintal.

    Further information

    Schweizerische Vogelwarte, Sempach und Büro Ignaz Hugentobler, Altstätten

    Contact

    petra.horch@vogelwarte.ch

    Zusammenfassung

    Hochstammobstgärten sind ökologische wertvolle Lebensräume. Sie waren einst ein prägendes Element der traditionellen Kulturlandschaft, sind aber stark unter Druck geraten. Wirtschaftliche Überlegungen und der Feuerbrand haben die Hochstammobstgärten im Schweizer Mittelland schrumpfen oder verschwinden lassen. Mit der vorliegenden Fallstudie möchten die Arbeitsgruppe Kulturlandschaft Weidist und die Schweizerische Vogelwarte Sempach aufzeigen, wie bestehende Obstgärten ökologisch sinnvoll genutzt und neue Lebensraumtypen als Ersatz für Hochstammobstgärten geschaffen werden können.
    Ausgehend von einem Lebensrauminventar der Vogelwarte Sempach wurde das Projektgebiet zwischen 2007 und 2013 ökologisch aufgewertet. Eine zu Projektbeginn ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe begleitete die Umsetzung. Im Vordergrund standen Massnahmen zur Förderung des Gartenrotschwanzes und anderer Bewohner der baumbestandenen Kulturlandschaft. In zwei Projektetappen wurden 69 Hochstammobstbäume und 16 standorttypische Einzelbäume gepflanzt. Zudem konnten insgesamt 43 Aren artenreiche Blumenwiese angesät werden. Rund 11 Hektaren Wald wurden durchforstet, um Struktur- und Artenvielfalt zu gewinnen und buchtige, gestufte Waldränder mit Gebüschsaum zu schaffen. Es wurden neue Gebüschgruppen und Hecken gepflanzt. Bestehende Hecken wurden gepflegt und mit neuen Sträuchern ergänzt. Beweidungsversuche mit Ziegen und Eseln wurden durchgeführt. Um das Nistplatzangebot für den Gartenrotschwanz zu verbessern, wurden 116 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter aufgehängt. Durch Anlegen neuer Weiher mit Steinstrukturen und das Erstellen von Trockenmauern konnte eine lokale Population der stark gefährdeten Geburtshelferkröte gefördert werden. Während der gesamten Projektdauer bestand für die Grundeigentümer im Projektgebiet ein unverbindliches Beratungsangebot.
    Um die Wirkung der Massnahmen auf die Lebensräume und ihre Bewohner überprüfen zu können, wurden Brutvögel, Heuschrecken und Ameisen wiederholt kartiert. Wichtige Indikatoren wie der Gartenrotschwanz, der Neuntöter oder die Feldgrille zeigten konstante bis positive Bestandesentwicklungen
    Die Umsetzungsphase des Projekts ist Ende 2013 abgeschlossen. Im Rahmen einer Konsolidierungsphase werden aber verschiedene Aktivitäten im Weidist weiterlaufen.