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    Ettwein, A. (2016)

    Habitatwahl des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos) in Vorarlberg, der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein

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    Zusammenfassung

    Habitatmodelle werden häufig zur Ermittlung der Habitatansprüche einer Art verwendet und sind eine wichtige Grundlage für die Planung vieler Naturschutzmaßnahmen. In dieser Arbeit wurde die Habitatwahl des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos), der wegen seiner hohen Abhängigkeit von Totholz als Urwaldspezialist gilt, im Raum Vorarlberg/Ostschweiz/Liechtenstein untersucht. Seit einigen Jahrzehnten kommt er hier in den Wirtschaftswäldern vor und breitet sich weiter nach Westen aus. Occupancy models wurden zum Vergleich verschiedener Hypothesen (a priori-Modelle) sowie a posteriori erstellter Modelle verwendet. Die Vorkommenswahrscheinlichkeit war vor allem mit Variablen zur Waldstruktur korreliert: Sie nahm mit zunehmendem durchschnittlichem Durchmesser der lebenden Bäume sowie stehenden und liegenden Totholzes und der Verfügbarkeit von xylobionten Käferlarven an stehendem Totholz zu. Ferner nahm sie mit zunehmender Höhe über dem Meeresspielgel ab. Die Standortbedingungen spielten eine untergeordnete Rolle. Analysen auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen deuteten darauf hin, dass ein kleinräumiges Angebot der mit einer hohen Vorkommenswahrscheinlichkeit verbundenen Habitatstrukturen in Form von Totholzinseln für das Vorkommen des Weißrückenspechts im Untersuchungsgebiet ausreichend ist. Untersuchungsflächen mit hoher Vorkommenswahrscheinlichkeit waren gleichmäßig über das gesamte Untersuchungsgebiet verteilt. Insgesamt schließt eine forstliche Nutzung der Wälder das Vorkommen des Weißrückenspechts nicht aus; jedoch sollte diese zur Erhaltung und Förderung der Weißrückenspechtpopulationen extensiv erfolgen. Alt- und Totholzinseln sowie ein hoher Laubholzanteil sollten dabei erhalten bleiben oder gefördert werden.

    Abstract

    Habitat models are a common tool to assess the factors driving habitat selection, and are a prerequisite for many conservation measures. I investigated habitat selection of the white- backed woodpecker (Dendrocopos leucotos), a species highly dependent on dead wood and regarded as typical for primeval forests, in Vorarlberg (Western Austria), Eastern Switzerland and Liechtenstein. Here, the species has increasingly been found in managed forests. I used site-occupancy models to compare a priori expectations as well as models built a posteriori. Occupancy probability was mainly related to variables concerning forest structure: it was positively related to the average dbh of live trees and snags, the mean diameter of lying dead wood, and the availability of saproxylic beetles. In addition, it was negatively related to elevation above sea level. In general, forest structure seemed to be more important than topography. Analyses at different spatial scales indicated that small patches containing habitat factors associated with high occupancy probability are sufficient for the occurence of white-backed woodpeckers in the study area. Study plots with high occupancy probability were distributed evenly over the whole study area. Altogether, forest management in white-backed woodpecker habitats is possible, but should not be done intensively. Patches with old, deciduous forests and high quantities of large dead wood should be retained or created to enhance habitat quality for this species.