Publications

    

    Bruderer, B., T. Steuri, J. Aschwanden & F. Liechti (2012)

    Vom militärischen Zielfolgeradar zum Vogelradar.

    Further information

    Ornithol. Beob. 109: 157–176

    Contact

    bruno.bruderer@vogelwarte.ch

    PDF

    Download

    Zusammenfassung

    Die Geschichte der ornithologischen Verwendung des in der Schweiz hergestellten Zielfolgeradars «Superfledermaus» begann in den späten Sechzigerjahren. Im Laufe von 40 Jahren wurde es in einen eigentlichen Vogelradar umgebaut. Aufgrund dieser Entwicklung sind heute Radaranlagen für verschiedene Forschungsaufgaben verfügbar: (1) Der robuste militärische Zielfolgeradar – ausgerüstet mit modernem Empfänger und automatischem Registriersystem – ist immer noch die beste Anlage zur Erfüllung multipler Aufgaben: (a) Verfolgung ausgewählter Ziele, (b) quantitative Erfassung der Zahl und Verteilung ziehender Vögel mit auf verschiedenen Elevationen fixiertem oder konisch abtastendem Bleistiftstrahl, (c) Registrierung von Echosignaturen bei der Zielverfolgung sowie im feststehenden Strahl. (2) Um die Anlage in schwieriges Gelände bringen zu können, wurden die essentiellen Teile (unter Verzicht auf konische Abtastung und Zielverfolgung) auf einem Lastwagen montiert. (3) Basierend auf dieser Entwicklung wurde schliesslich der alte Radar durch einen kleinen Schiffs radar ersetzt, der mit einer Parabolantenne versehen, wetterfest unter einer glasfaserverstärkten Kunststoffhaube (Radom) versorgt und mit automatischen Registrier- und Analyse-Anlagen sowie mit Einrichtungen für die automatische Fernübermittlung der Daten ausgerüstet wurde. Damit steht nun eine relativ preisgünstige Anlage für spezifische Aufgaben zur Verfügung, die auch an abgelegenen Orten, wie etwa auf Meeresplattformen, zum Einsatz kommen kann. Beispiele von Höhenverteilungen und Zugintensitäten von vier Standorten zwischen Ostsee und Sizilien zeigen die Möglichkeiten der neuen Methoden; deren Vergleichbarkeit mit älteren Daten wird diskutiert.

    Abstract

    A brief summary shows the history of Swiss-made military tracking radar, used from the late 1960s for research on bird migration, being progressively transformed into a dedicated bird radar over a time of 40 years. Based on this development, three types of bird radars are now available for different tasks: (1) the robust military tracker, equipped with modern receivers and an automatic recording system, which is still the best multi-task radar available (with the capabilities of tracking single targets as well as recording the number and spatial distribution of migrating birds by its pencil-beam fixed at various elevations or conically scanning, the fixed-beam as well as tracking providing echo-signatures); (2) in order to bring the radar into difficult terrain, its essential parts were mounted on a truck, at the cost of losing tracking and scanning capability; (3) the most recent development was the replacement of the old radar by small modern ship radar adapted for pencil-beam surveillance in combination ith the well-established automatic recording and analysis equipment; protected against weather by a radome and with the capability of automatic recording and data handling it is now a reasonably cheap array for specific tasks even in remote areas like marine platforms. Data from four sites across Europe show height distributions and migration traffic rates recorded with the new radar. Advantages and limitations of the new method in comparison with other methods are discussed.