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    Jenny, M. (2016)

    Monitoring Brutvogel- und Feldhasenbestände im Klettgau - Erfassungsjahre 2014 und 2015.

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    Schweizerische Vogelwarte Sempach

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    markus.jenny@vogelwarte.ch

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    Zusammenfassung

    Die Vogelwarte erfasst in den drei Gebieten Widen, Langeld-Goldäcker und Plomberg des kantonalen Vernetzungsprojekts Klettgau seit 1994 bzw. 1996 jährlich die Brutvogel- und Feldhasenbestände. Dieser Bericht fasst die Resultate der Bestandserhebungen der Jahre 2014 und 2015 zusammen. Es werden zudem Optimierungsvorschläge bei der Pflege von bestimmten Vernetzungsflächen gemacht. In allen drei Gebieten schwanken die Bestände einzelner Brutvogelarten von Jahr zu Jahr. Im stark aufgewerteten Gebiet Widen sind die Revierdichten zahlreicher Brutvogelarten, für welche die Landwirtschaft eine hohe Verantwortung trägt (UZL-Arten), recht hoch und stabil. Auch die Feldhasendichte war in diesem Gebiet 2015 mit 11 Feldhasen pro km2 für schweizerische Verhältnisse hoch. Im östlichen Teil des Gebiets hat sich der seit 2009/2010 etablierte Winterbestand an Feldrehen kontinuierlich vergrössert. In den beiden anderen Gebieten (Langfeld-Goldäcker, Plomberg), die deutlich weniger stark aufgewertet sind, ist der Anteil an Revieren von einigen UZL-Brutvogelarten deutlich geringer. Besorgniserregend ist der Zusammenbruch der Neuntöter- und Schwarzkehlchenbestände im Gebiet Plomberg. Wir vermuten, dass diese Entwicklung stark im Zusammenhang mit dem Ausbau der Deutschen Bahn auf Doppelspur steht. Der Verlust von Gehölz- und Saumstrukturen und vor allem der in keiner Weise naturschutzgerechte Unterhalt haben die Habitatbedingungen in den Böschungsbereichen einschneidend verschlechtert. Positive Auswirkungen von Ersatzmassnahmen sind erst in einigen Jahren zu erwarten, wenn die vereinzelten Neupflanzungen von Gehölzen eine bestimmte Gösse erreicht haben. Mit nur ca. 4 Feldhasen pro km2 liegt die Hasendichte in den Gebieten Plomberg und Langfeld (Teilgebiet Hallau-Trasadingen) um mehr als 50 % unter den Werten des Gebiets Widen. Das weite offene Gebiet um den Plomberg wird seit Jahren vor allem im Winterhalbjahr von grösseren Feldrehsprüngen besiedelt.