Publications

    

    Jenny, M. (2000)

    Die Auswirkungen von Buntbrachen auf Brutvögel.

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    S. 137–151 in: Nentwig, W. (ed.): Streifenförmige ökologische Ausgleichsflächen in der Kulturlandschaft. Ackerkrautstreifen - Buntbrache - Feldränder. Verlag Agrarökologie, Bern und Hannover

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    markus.jenny@vogelwarte.ch

    Zusammenfassung

    Seit 1991 bearbeitet die Schweizerische Vogelwarte Sempach im Auftrag des BUWAL (Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft) ein Langzeitprojekt mit dem Ziel, typische Brutvogelarten der offenen Feldflur durch eine ökologische Aufwertung der Lebensräume zu fördern. In enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Verwaltungen und den lokalen Landwirten wurden intensiv ackerbaulich genutzte Flächen von mehreren km2 Grösse in der Champagne genevoise (Kanton Genf) und im Klettgau (Kanton Schaffhausen) im Zeitraum von mehreren Jahren ökologisch stark aufgewertet. Die Aufwertung konzentrierte sich auf die Neuanlage von spontan begrünten und locker eingesäten 5 - 10 Meter breiten Buntbrachen. Trotz einem nach wie vor geringem Anteil von ökologisch wertvollen Flächen von weniger als 5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (u.a. 1,6 - 3,6 % streifige und flächige Buntbrachen) reagierten typische Brutvogelarten der offene Feldflur wie die Feldlerche Alauda arvensis, die Grauammer Miliaria calandra, die Wachtel Coturnix coturnix, das Schwarzkehlchen Saxicola torquata, aber auch Arten der halboffenen Kulturlandschaft wie die Dorngrasmücke Sylvia communis, der Orpheusspötter Hippolais polyglotta, der Sumpfrohrsänger Acrocephalus palustris und der Neuntöter Lanius collurio positiv auf die Aufwertung und Vernetzung der Kulturlandes mit linearen Saumbiotopen. Bedrohte Brutvogelarten lassen sich in intensiv bewirtschafteten Ackerbauflächen in relativ kurzer Zeit fördern, sofern das Management der ökologischen Ausgleichsflächen auf die Ansprüche der zu fördernden Arten ausgerichtet ist. Für Buntbrachen heisst dies, dass sowohl junge wie ältere Sukzessionszustände vorhanden sein müssen. Um grössere Bestände und raumbedürftige Arten wie das Rebhuhn Perdix perdix positiv zu beeinflussen, bedarf es eines Verbundes von flächigen Brachen mit streifenförmigen Saumstrukturen. Anzustreben ist ein Anteil ökologisch wertvoller Flächen von etwa 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Im Rahmen des Projekts wurde zusätzlich eine flächige Extensivierung der Produktion eingeleitet.