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    Baucks, C. (2018)

    The effect of food supplementation on range use of breeding red kites (Milvus milvus) in Switzerland.

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    Master Thesis, University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna

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    martin.gruebler@vogelwarte.ch

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    Zusammenfassung

    In der Ökologie werden Home-Ranges (HR) benutzt, um die Raumnutzung eines Vogels innerhalb einer meist biologisch bedeutsamen Zeitperiode zu bestimmen. Dieser Ansatz lässt den Einfluss von sich täglich verändernden Umweltfaktoren auf die Raumnutzung von Vögeln im Ungewissen. Von einigen Vögeln ist bereits bekannt, dass sie während der Brutperiode geschlechtsspezifische HR haben. Es bleibt jedoch fraglich, ob dieselben Umweltfaktoren geschlechterspezifische Einflüsse auf die Raumnutzung haben. Um dies zu testen, wurden geschlechterspezifische Auswirkungen von Wettereinflüssen, Nahrungsverfügbarkeiten und Nestlings-Alter auf tägliche HR-Größen quantifiziert. Durch ein Zufütterungs-Experiment, bei dem gezielt Nahrung in Nest-Nähe von GPS-besenderten adulten Rotmilanen während der Nestlings-Aufzucht ausgebracht wurde, konnten Korrelationen zwischen Nahrungs-verfügbarkeit und Wetter eliminiert werden. Zur Kontrolle dienten Daten von ungefütterten Individuen. Die Ergebnisse zeigten starke intersexuelle Differenzen in der Raumnutzung, wobei eine Reaktion der Weibchen auf die beschriebenen Variablen ausblieb. Bei Männchen hingegen konnte eine Abnahme der täglichen HR-Größe nachgewiesen werden, wenn Wetterbedingungen ungünstig, die Nahrungsverfügbarkeit hoch war sowie mit fortschreitendem Nestlings-Alter. Die Ergebnisse weisen auf eine effizientere Futtersuche hin, wenn die Nachfrage nach Energie steigt oder punktuell die Nahrungsverfügbarkeit erhöht wird. Die kleineren HR bei ungünstigen Wetterbedingungen deuten jedoch auf einen zu hohen Energieaufwand hin und eine befristete Unterbrechung der Nahrungssuche. Es wurde gezeigt, dass männliche Rotmilane ihre Raumnutzung täglichen Veränderungen ihrer Umwelt anpassen und dass dies wahrscheinlich aus energetischen Gründen passiert. Auf dieser Grundlage ist es möglich, Vorhersagen der Raumnutzung von Rotmilanen der untersuchten Population während der Nestlings-Aufzucht zu treffen.

    Abstract

    In ecology, home ranges are used to determine a bird’s extent of spatial use over a certain, mostly biologically meaningful time-period. This approach keeps effects of daily changing environmental influences in the dark. Of a few raptors it is known, that males have larger home ranges than their females during breeding season. If the same environmental factors reveal sex-specific effects remains in question. Here, I quantified sex-specific effects of different weather influences, food availabilities and nestling ages on the daily home range size. The correlation of food availability and weather was eluded by setting up a nest-selective feeding experiment of GPS-tagged red kites (Milvus milvus) during their breeding period. Data from unfed but also breeding individuals was used as control. The results revealed a pronounced sex-specific spatial behavior where females did not change their home range size due to short-term environmental changes. In contrast, males showed decreases of daily home range sizes under adverse weather conditions, on days of feeding and with increasing nestling age. The results point to an increase in foraging efficiency, when energy demand increases, or the food availability is locally raised. However, smaller home ranges under adverse conditions are suggestive of causing too high energy costs and a temporal interruption of foraging. This thesis proofs that male red kites adapt their daily home range behavior to a daily changing environment. This is likely caused by energetic reasons. Based on these results, predictions of range use of red kites in the study area during the nestling period are possible.