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    Jenny, M. & K. Meichtry-Stier (2020)

    Evaluation kantonales Vernetzungsprojekt Klettgau.

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    Schweizerische Vogelwarte Sempach

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    Zusammenfassung

    Im Kanton Schaffhausen trägt das Planungs- und Naturschutzamt (PNA) in zwei für den Naturschutz bedeutsamen Vorranggebieten die Verantwortung für die Umsetzung von Vernetzungsprojekten: In der ackerbaulich geprägten Klettgaurinne werden zahlreiche national prioritäre Arten im Rahmen des Vernetzungsprojekts Klettgau gefördert. Im Vernetzungsprojekt Randen steht in einer Landschaft von nationaler Bedeutung vor allem der Schutz und die Förderung von Trockenwiesen im Vorder-grund. Dieser Bericht dokumentiert die Entwicklung der Biodiversitätsförderflächen (BFF) von 2004–2019 im kantonalen Vernetzungsprojekt Klettgau. Es handelt sich dabei um einen Perimeter mit drei stark von der ackerbaulichen Nutzung geprägten Gebieten in der Klettgauebene. Die Zielerreichung des Projekts in Bezug auf die von Bund und Trägerschaft angestrebten Flächen- und Qualitätsziele wird dokumentiert und diskutiert.
    Das Gebiet Widen nimmt mit 14,1 % ökologisch wertvollen BFF für die Erhaltung und Förderung von seltenen und bedrohten Arten schweizweit eine herausragende Stellung ein. Die beiden anderen Ge-biete sind mit 4,8 % (Plomberg) und 6,4 % (Langfeld) ökologisch wertvollen BFF im Vergleich mit dem Gebiet Widen deutlich weniger gut aufgewertet. Die Dichte an Ziel- und Leitarten ist in den Gebieten Plomberg und Landfeld denn auch markant tiefer als im Gebiet Widen. Im Vergleich zu anderen Ackerbaugebieten in der Schweiz weisen sie aber relativ hohe Anteile an ökologisch wertvollen BFF aus. In den Gebieten Langfeld und v.a. Plomberg werden die von der Direktzahlungsverordnung ge-forderten Zielwerte für den Anteil an BFF von 12% jedoch auch in der dritten Periode deutlich verfehlt. Eine Weiterführung des kantonalen Vernetzungsprojekts im Gebiet Plomberg lässt sich nur rechtferti-gen, wenn für eine weitere Periode verbindliche Anforderungen an die Betriebsflächenim Gebiet ge-stellt werden. Dieser Bericht macht dazu konkrete Vorschläge.
    Die im Rahmen dieses kantonalen Vernetzungsprojekts angebotenen Massnahmen sind geeignet, um die ausgewählten Ziel- und Leitarten zu fördern. Dies belegen regelmässige Bestandserhebungen einzelner Arten sowie wissenschaftliche Detailstudien. Bei der Pflege einzelner Massnahmen und der Kontrolle gibt es aber Defizite. Über eine Stärken-Schwächen-Analyse werden Handlungsempfehlun-gen für einen verbesserten Vollzug des kantonalen Vernetzungsprojekts Klettgau hergeleitet.
    Wie vom Auftraggeber erwünscht, werden deshalb in diesem Bericht auch Handlungsempfehlungen für die Optimierung von Vernetzungsprojekten im Kanton gemacht. Aufgrund der unklaren Situation bei der Weiterentwicklung der Schweizer Agrarpolitik (AP22+) stellt sich die Frage, auf welcher Stufe Anpassungen bei den Rahmenbedingungen von Vernetzungsprojekten zu vollziehen sind. Die Auto-ren sind der Meinung, dass zur Behebung der Defizite vor allem der Bund konkrete und zielführendere Anforderungen für Vernetzungsprojekte definieren sollte.