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Publikationen



Hohl, S., D. Hager, S. Inderbitzin & N. Lengacher (2023)

Artenförderung Kiebitz in der Wauwiler Ebene, Kanton Luzern - Jahresbericht 2023.

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Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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simon.hohl@vogelwarte.ch

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Zusammenfassung

Der Kiebitz wird auf der Roten Liste der Brutvögel als stark gefährdet eingestuft (EN, endangered). Rund 200 Brutpaare lassen sich Jahr für Jahr in der Schweiz nieder, um ihre Jungen grosszuziehen. Der kleine Bestand und der ungenügende Bruterfolg sind die Hauptgründe für die kritische Situation der Kiebitze.
Die Wauwiler Ebene LU ist eines der wichtigsten Brutgebiete der Schweiz. Seit 2005 setzt die Schweizerische Vogelwarte gezielte Fördermassnahmen um und stellt deren wissenschaftliche Begleitung sicher.
2023 war für die Kiebitze in der Wauwiler Ebene ein schlechtes Brutjahr. Mit 44 Brutpaaren liessen sich mehr Brutpaare als noch im Vorjahr (2022: 38 Brutpaare) nieder. Allerdings erreichten lediglich sieben Jungvögel das flugfähige Alter. Dies ergibt einen Bruterfolg von 0,16 flüggen Jungvögeln pro Brutpaar. Dieser Wert liegt deutlich unter dem angestrebten Wert von 0,8 flüggen Küken pro Brutpaar, den es für den Erhalt des Bestands erfordert. Die Schlupfrate war ungenügend und lag bei 40 %. Besonders bei den Erstbruten war die Schlupfrate sehr tief. Die meisten Küken der erfolgreichen Erstgelege verschwanden innert weniger Tage. So gingen aus den Erstbruten lediglich zwei flügge Jungvögel hervor. Auch bei den Zweit- und Drittbruten gingen viele Gelege durch Prädation verloren. Erstaunlicherweise schlüpften aus mehreren Gelegen Mitte Juni noch Küken. Mindestens zwei der Küken wurden am 24. Juli flügge.
2024 wird das Förderprojekt Kiebitz in der Wauwiler Ebene weitergeführt. Insbesondere das Angebot an Kiebitzbrachen, offenen Ackerflächen und temporären Feuchtflächen soll in Zusammenarbeit mit den Landwirten und dem Kanton erhöht werden.