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Hohl, S. & R. Graf (2021)

Wauwiler Ebene: Jahresbericht 2021. Mit integriertem Bericht aus dem Naturschutzgebiet Wauwilermoos.

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Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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simon.hohl@vogelwarte.ch

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Zusammenfassung

In der Wauwiler Ebene führt die Schweizerische Vogelwarte Sempach zusammen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern diverse angewandte Forschungs- und Umsetzungsprojekte durch. Der vorliegende Bericht fasst die Aktivitäten in diesen Projekten während des Jahres 2021 zusammen und gibt einen Überblick über die Resultate. Das Hauptgewicht liegt in der Berichterstattung über das Vernetzungsprojekt Wauwiler Ebene, welches vom Verein «Netz Wauwiler Ebene» getragen wird. Die Vogelwarte stellt in diesem Vernetzungsprojekt den Projektleiter (Roman Graf, ab 1.1.2022 Simon Hohl). Des Weiteren werden Resultate aus anderen in der Wauwiler Ebene angesiedelten Projekten zusammenfassend vorgestellt.
Das Vernetzungsprojekt steht in der dritten Umsetzungsphase, welche noch bis Ende 2022 dauern wird. Die Beratung der Landwirte im Rahmen dieser Umsetzungsphase ist mittlerweile abgeschlossen. Im Vernetzungsprojekt werden kontinuierlich Biotopaufwertungen durchgeführt.
2021 wurden wiederum im Rahmen des Zauneidechsenprojekts der Albert Koechlin Stiftung Lebensraumaufwertungen vorgenommen.
Des Weiteren wurden Wirkungskontrollen durchgeführt. Diese haben zum Ziel, die Wirkung der getroffenen Massnahmen zu evaluieren. Im Rahmen dieser Kontrolle wurden im Jahr 2021 Aufnahmen im Bereich «Wiesenblumen und Feldgrillen» durchgeführt sowie die Bestände der Zauneidechse und ausgewählter Tagfalter und Brutvögel erhoben. Die Mehrheit der Ziel- und Leitarten zeigt eine erfreuliche Entwicklung. Die Qualität der untersuchten Extensivwiesen hat sich nochmals verbessert. Der prozentuale Anteil von Wiesen, in denen eine Art vorkommt, hat bei allen untersuchten Leitarten im Vergleich zu 2018 zugenommen. Die Anzahl der in den einzelnen Flächen enthaltenen Wiesenblumen hat im Durchschnitt deutlich zugenommen. Wiesen, die nur eine, zwei oder gar keine Wiesenblumenart enthalten, sind selten geworden. Der Bestand und die Verbreitung der Zauneidechse sind stabil. Sie kommt aber nach wie vor nur in den Randbereichen der Ebene vor und konnte das Zentrum noch nicht besiedeln. Die Aufnahmen zu den Tagfaltern wurden dieses Jahr wiederholt, da die Aufnahmen 2020 nicht verwertbar waren. Das Wirkungsziel zum Tagpfauenauge und Mattfleckigen Kommafalter wurde nicht erreicht. Bei den Brutvögeln entwickeln sich die Bestände vieler Arten erfreulich. Goldammer und Sumpfrohrsänger nahmen im Vergleich zu 2013 zu. Die Feldlerche verliert weiter an Boden, 2021 wurden lediglich 22 Reviere festgestellt. Erfreulich ist die Bestandsentwicklung des Weissstorchs: 2021 wurden in der Wauwiler Ebene 14 Horstpaare gezählt, fünf am Mauensee und neun auf der JVA Wauwilermoos. Die Kiebitze erlebten mit 39 anwesenden Brutpaaren und einem Bruterfolg von 0,97 Flügglingen pro Paar eine gute Brutsaison. Im Beringungsprojekt der Vogelwarte konnte ermittelt werden, dass 2020 ein unterdurchschnittliches Brutjahr für den Teichrohrsänger war. Der Feldhasenbestand war tiefer als im Vorjahr.
Die Brutvogelkartierungen im Rahmen des «Monitoring Feuchtgebiete (MF)» in den Schutzgebieten Mauensee, Hagimoos und Wauwilermoos ergaben eher hohe Arten- und Revierzahlen. Erwähnenswert sind fünf Reviere der Zwergdommel mit mindestens einer erfolgreichen Brut im Wauwilermoos.
Aufgrund der nassen Verhältnisse rasteten relativ viele Limikolen in der Wauwiler Ebene. Erwähnens-wert sind ein grosser Trupp Kampfläufer, zwei Sand- und ein Kiebitzregenpfeifer sowie eine Pfuhlschnepfe. Eher überraschend waren der Nachweis eines rufenden Grauspechts und ein durchziehender Seeadler.