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Furrer, R., M. Schaub, A. Bossert, R. Isler, H. Jenny, T. Jonas, C. Marti & L. Jenni (2016)

Variable decline of Alpine Rock Ptarmigan (Lagopus muta Helvetica) in Switzerland between regions and sites.

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J. Ornithol. 157: 787–796

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lukas.jenni@vogelwarte.ch

Zusammenfassung

Alpine Arten, die an das spezielle Klima der Gebirge angepasst sind, sind besonders empfindlich auf Umweltveränderungen, wie Klimawandel und die damit einhergehenden Habitatveränderungen (z.B. Höhersteigen der Baumgrenze), widriges Wetter und zunehmende Freizeitaktivitäten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Alpenschneehuhn (Lagopus muta helvetica), eine Unterart, die auf die Alpen beschränkt ist. Wir werteten die Zählungen von territorialen Hähnen aus 40 Zählflächen in den Schweizer Alpen seit 1995 mit Zustandsraummodellen (state-space-models) unter Berücksichtigung verschiedener Umweltvariablen aus. Über die 18 Untersuchungsjahre war die Populationswachstumsrate (gemessen an den territorialen Hähnen) über alle Zählgebiete negativ (-13 %), variierte aber stark zwischen Regionen (von -50 % bis +6%) und Zählgebieten. In manchen Zählgebieten nahm der Bestand stark ab, während er in anderen eher zunahm. Über alle Zählgebiete, aber auch innerhalb der Regionen ergaben sich kaum Hinweise auf Synchronie in den Populationswachstumsraten der Zählgebiete. Wir fanden keinen Umweltfaktor, der die Variation in der Populationswachstumsrate erklärte, mit Ausnahme eines kurvilinearen Effekts der mittleren Juli-Temperatur. Es scheint somit, dass verschiedene Umweltfaktoren auf lokaler Ebene in unterschiedlicher Stärke auf die Bestandsentwicklung wirken, wie z.B. das Höhersteigen der Baumgrenze, widriges Wetter und lokal vielleicht auch die Zunahme des Winter- und Sommertourismus und nicht nachhaltige Jagd. Der hier beobachtete Rückgang des Alpenschneehuhns zusammen mit dem aufgrund der Klimaerwärmung vorausgesagten Schrumpfen des Verbreitungsgebietes ist beunruhigend. Es ist deshalb wichtig, die verschiedenen Gründe für den Bestandsrückgang besser zu verstehen und daraus verschiedene Managementstrategien für die Erhaltung des Alpenschneehuhns in der Schweiz zu entwickeln

Abstract

Alpine species adapted to mountain climate are particularly vulnerable to environmental changes and have recently come under multiple environmental pressures, such as climate change associated with habitat loss (e.g. upward shift of the treeline) and unfavourable weather, as well as increasing human recreation activities. A prime example is the Alpine Rock Ptarmigan (Lagopus muta Helvetica), a subspecies restricted to the Alps. We analysed counts of territorial males from 40 sites in the Swiss Alps since 1995 with state-space models including various environmental variables. Over the 18 study years, population growth rate (as deduced from territorial males) was negative overall (-13 %), but varied greatly between different regions of the Swiss Alps (from -50 to +6 %) and between sites, with some declining drastically and others doing well. Overall and within regions, growth rates showed little evidence for synchrony between local study sites. We did not find an overall factor which explained variation in population growth rates, except for a curvilinear effect of July temperature. It thus seems that various factors act locally to different degrees, such as upward shift of the treeline, unfavourable weather, and perhaps local increase in winter and/or summer tourism and unsustainable hunting. Together with a predicted shrinkage of the distribution area in the future due to global warming, the observed decrease of this isolated subspecies is of conservation concern. A better understanding of the different causes of decline and possibly different management strategies will be essential for the conservation of Alpine Rock Ptarmigan in Switzerland.
keywords: Alpine Rock Ptarmigan, Grouse, Population growth, Synchrony, Alpine habitat