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    Fischer J., D. Heynen & M. Kéry (2010)

    Überwachung und Förderung des Feldhasen in der Schweiz. Erkenntnisse aus 18 Jahren Feldhasenmonitoring.

    Contact

    judith.zellweger@vogelwarte.ch

    Zusammenfassung

    Seit den 1950er Jahren haben die Feldhasenbestände in der Schweiz stark abgenommen. Der Rückgang wird vor allem auf die Intensivierung der Landwirtschaft und die Zerschneidung der Landschaft zurückgeführt. Seit 1991 überwacht die Schweizerische Vogelwarte Sempach im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die Entwicklung der Feldhasenbestände im Schweizer Mittelland.

    Im Allgemeinen haben die Feldhasenbestände seit Beginn des Monitorings abgenommen. Der Trend in Ackerbaugebieten deutete seit einem Tief in den 90er Jahren bis ins Jahr 2000 auf zunehmende Bestände hin und hat sich seither zwischen 4-5 Feldhasen/100ha eingependelt. In Grünlandgebieten ist die Hasendichte kontinuierlich auf ca. 2 Hasen/100ha gesunken.

    In drei Testregionen zeigten Gebiete mit besonders starker ökologischer Aufwertung im Vergleich zu benachbarten Referenzflächen eine deutliche Bestandeszunahme und einen höheren Feldhasenbestand. Unsere Resultate zeigen, dass der Feldhase mit ökologisch hochwertigen Ausgleichsflächen gefördert werden kann, dies allerdings erst nach einigen Jahren sichtbar wird. In weiten Gebieten des Schweizer Mittellandes reicht die ökologische Aufwertung allerdings noch nicht, um die Feldhasenbestände zu erhöhen.

    Abstract

    Since the 1950s brown hare populations have strongly decreased in Switzerland. Intensification of agriculture and landscape fragmentation have been said to be the main drivers of this decline. On behalf oft he Federal Office for Environment FOEN, the Swiss Ornithological Institute has monitored the brown hare population trend in the Swiss lowland since 1991.

    Over the study period from 1991 to 2009 the general brown hare population trend is negative. In arable study sites, the population has increased until 2000 after a low in the late 1990s, and has been fluctuating between 4-5 hares/100ha since then. In grassland study sites, hare density has continuously decreased to ca. 2 hares/100ha.

    In three test regions, study sites which had been strongly ecologically improved showed a positive population trend and higher hare densities than nearby control sites. Our results imply that the brown hare can be promoted by habitat improvement, but positive population trends might be visible only after several years. Large parts oft he Swiss lowland are not yet improved enought to effectively enhance brown hare populations.