Publications

    

    Aschwanden, J., M. Schmidt, G. Wichmann, H. Stark, D. Peter, T. Steuri & F. Liechti (2020)

    Barrier effects of mountain ranges for broad‑front bird migration.

    Further information

    J. Ornithol. 161: 59–71

    Contact

    janine.aschwanden@vogelwarte.ch

    Zusammenfassung

    Seit Jahrzehnten wird der Einfluss von Bergketten auf in breiter Front ziehende Vögel untersucht. Dabei konzentrierten sich die meisten Studien auf das Flugverhalten in Gebirgsnähe und weniger darauf, welchen quantitativen Einfluss die Gebirgsketten als potenzielles Hindernis haben. Die vorliegende Studie untersucht räumliche und zeitliche Verteilungsmuster des Herbstzuges in den Ostalpen (Österreich). Mit zwei für die Erfassung von Vögeln kalibrierten Radarsystemen wurde die Zugintensität während einer Herbstsaison kontinuierlich erfasst. Ein Radargerät wurde im nördlichen Alpenvorland aufgestellt und diente während der ganzen Beobachtungsperiode als Referenz zur Erfassung der Vögel, die in Richtung Alpen unterwegs sind. Mit dem zweiten Radargerät wurde im gleichen Zeitraum an vier verschiedenen Standorten in den Alpen während jeweils 21–26 Tagen Messungen durchgeführt. Unsere Resultate zeigen, dass die Topographie die räumliche Verteilung des Vogelzugs deutlich beeinflusst. An allen Standorten flogen die meisten Vögel tiefer als die Hauptkämme der Berge und nur ein kleiner Anteil (im Mittel weniger als 5%) war höher als 3000 mNN unterwegs. Der tageszeitliche Ablauf des Vogelzugs war an allen Standorten ähnlich. Wir fanden keine Hinweise auf eine Anhäufung von Vögeln vor den Alpen („Zugstau“). Einzig an einem der inneralpinen Standorte unterschied sich das Zugmuster des saisonalen Verlaufs vom Muster am Referenzstandort vor den Alpen. Wir vermuten, dass diese Unterschiede mit den wechselnden Windbedingungen zusammenhängen. Je nach Windrichtung und -stärke lassen sich die Vögel in geografisch unterschiedlich ausgerichtete Täler leiten. Insgesamt fanden wir keinen Hinweis auf eine ausgeprägte Hinderniswirkung der Ostalpen. Im Gegensatz zum südwestlich ausgerichteten zentralen Teil des Alpenbogens, wo sich die Vögel entlang der Bergkette konzentrieren, scheinen die Vögel die nahezu senkrecht zur Hauptzugrichtung stehenden Ostalpen zu durchqueren und zu überfliegen. Die Hinderniswirkung von Bergketten hängt somit vom räumlichen Kontext ab.

    Abstract

    The influence of mountain ranges on broad-front bird migration has been investigated for several decades. However, almost all the studies have focused on flight behaviour, and have rarely considered the quantitative effect of mountain ranges as a barrier. The present study investigates the spatial and temporal pattern of autumnal bird migration across the eastern part of the Alpine Arc (Austria). Migration intensity was recorded continuously using two dedicated bird radar systems during a full autumn migration season. One radar was located to the north in the Alpine Foreland region for the whole observation period, serving as a reference for the number of birds approaching the Alps. The second radar was moved between four locations across the Alps, operating for 21–26 days at each site. Our findings clearly show that topography significantly influences the spatial distribution of bird migration. Most birds flew lower than the main ridges, with only a small proportion detected above such altitudes (~ 3000 m above sea level). The daily pattern of migration was similar across sites, and there was no accumulation of birds (“Zugstau”) in front of the Eastern Alps. At only one of the inner-Alpine sites did the day-to-day pattern of migration intensities differ considerably from the pattern in the foreland of the Alps. This may be influenced by the wind conditions, causing birds to enter valleys of different geographic orientation. At a large scale, we did not find any evidence of a major barrier effect. In contrast to the south-west oriented central part of the Alpine Arc, where birds concentrate along the mountain ranges, the flux of autumnal bird migration appears to flow over and through the nearly perpendicularly oriented (with respect to their migratory direction) Eastern Alps. This demonstrates how the influence of mountain ranges as barriers depends on their spatial context.
    keywords: Radar, Alpine arc, migration intensity, topography, collision risk