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Die Situation des Braunkehlchens in der Schweiz, getestete Fördermassnahmen und Ergebnisse

Horch, Petra; Spaar, Reto
Langue
ger
Année de publication
2015


Résumé

Das Braunkehlchen ist ein bedrohter Wiesenbrüter. In der Schweiz ist sein Bestand seit den 1930er Jahren rückläufig. Aus den Tieflagen ist es bis auf Restvorkommen verschwunden. In den letzten 20 Jahren hat es einen weiteren gravierenden Flächenverlust in den Voralpen und im Jura erlitten. Die Braunkehlchen besiedeln heute in erster Linie die noch wenig intensiv bewirtschafteten Graslandgebiete der Subalpinstufe. Im Rahmen des Programms „Artenförderung Vögel Schweiz“ setzte die Schweizerische Vogelwarte Sempach Fördermassnahmen in verschiedenen Regionen der Schweiz zusammen mit Partnern um. Sie können drei Gruppen zugeteilt werden: (1) Nesterschutz, (2) kleinflächige, punktuelle Massnahmen wie Stehenlassen von Altgrasstreifen oder Erhöhung des Angebots an Sitzwarten und (3) grossflächig angepasste Bewirtschaftung von Grünlandgebieten. Inzwischen zeigt sich, dass einzig Massnahmen, die spät geschnittene Blumenwiesen grossflächig sichern, einen langfristigen Erfolg versprechen. Die anderen Massnahmen konnten weder den Bestandsrückgang noch die Verschlechterung der Wiesenbestände und des Nahrungsangebots aufhalten. Auf diesen Erfahrungen müssen alle künftigen Aktivitäten zur Förderung des Braunkehlchens im Schweizer Alpenraum aufbauen, von Anpassungen auf politischer Ebene bis hin zur Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Betriebe. Die dafür nötigen rechtlichen, finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen existieren nur teilweise und sind dringend anzupassen und zu ergänzen.

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