Drivers of departure and prospecting in dispersing juvenile Red Kites (Milvus milvus)
Résumé
Natal dispersal of juvenile birds is a fundamental mechanism that shapes population dynamics and enables gene flow amongst populations. It consists of the onset of dispersal (departure from natal home range), a transience stage and an informed settlement decision. Prospecting behaviour during the transience stage allows juvenile birds to gather information for making settlement decisions, and variation in this prospecting behaviour might affect their survival. In migratory species, prospecting after the onset of dispersal is interrupted by autumn migration and only continues after their return to known or new habitats in the breeding area after spring migration. Timing and duration of migration phases throughout the annual cycle might therefore affect the amount of time allocated to the prospecting behaviour. Characteristics of prospecting behaviour might also be affected by individual traits, as well as by carry-over effects of natal home range quality and information acquired in previous prospecting phases. Environmental gradients are expected to shape population range margins through effects on reproductive output and differential dispersal decisions.
Die Abwanderung von Jungvögeln ist ein fundamentaler Mechanismus in der Populationsdynamik und ermöglicht den genetischen Austausch zwischen Populationen. Sie beginnt mit dem Verlassen des elterlichen Reviers (Start der Abwanderung), einer Erkundungsphase und wird mit dem Entscheid zur Ansiedlung mit dem ersten Brutversuch beendet. Das Erkundungsverhalten erlaubt den Jungvögeln, Informationen über mögliche Ansiedlungsorte zu sammeln und kann sich auf den künftigen Bruterfolg oder auch direkt auf ihr Überleben auswirken. Bei Zugvögeln wird die Erkundungsphase durch den Wegzug im Herbst bis zur Rückkehr in bereits vorgängig erkundete oder unbekannte, mögliche Brutgebiete im Frühling unterbrochen. Das Timing und die Dauer der Zug- und Überwinterungsphasen wirken sich daher auf die Dauer der unterteilten Erkundungsphasen aus. Das Erkundungsverhalten nach dem Zug könnte durch individuelle Merkmale und durch indirekte Effekte der Qualität des elterlichen Reviers und durch Informationen, die während früheren Erkundungsphasen gesammelt wurden, beeinflusst werden. Gradienten in Umweltbedingungen entlang des Höhenprofils wirken sich auf die Reproduktion und auf unterschiedliche Abwanderungsentscheidungen aus und lassen dadurch Verbreitungsgrenzen von Populationen entstehen.
Keywords: behavioural ecology, natal dispersal, migration, annual cycle, departure, transience, natal environment, elevation, carry-over effects, reproductive traits, food availability, anthropogenic feeding, carrion, scavenger community, red kite, Milvus milvus
Collaboratrices et collaborateurs