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Habitatwahl der Dorngrasmücke Sylvia communis in der Westschweiz: Folgerungen für die Artenförderung

Meichtry-Stier, Kim Silvana; Korner-Nievergelt, Fränzi; Kormann, Urs; Spiess, Martin; Mosimann-Kampe, Paul; Strebel, Stephan; Zollinger, Jean-Luc; Spaar, Reto
Magazine
Ornithol. Beob. (Der Ornithologische Beobachter)
Langue
ger
Année de publication
2013

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Résumé

The decline of Common Whitethroat populations in Switzerland between the mid-1970s and the mid-1990s has been mainly attributed to habitat loss and degradation of habitat quality. To improve farmland biodiversity, agri-environment schemes (AES) were introduced in the 1990s. Here, we show optimizations of the AES-types «hedgerow» and «wildflower strip» for the Common Whitethroat. We looked at the population trend of the Whitethroat in the region of Grosses Moos on the Swiss plateau. Furthermore, we compared vegetation structure of occupied breeding sites in hedgerows and wildflower strips with similar but unoccupied habitats nearby. Between 2000 and 2006 the number of Whitethroat territories in the Grosses Moos decreased from 115 to 30. This decline was most pronounced in habitats with tall hedgerows, whereas the territory numbers in wildflower strips even increased. Whitethroat territories in hedgerows were positively associated with the presence of brambles and an increasing area of thorny bushes, and negatively with hedgerow cross-section area and margin width. In wildflower strips, territories were positively associated with the presence of tall herbaceous plants. Within agri-environment schemes, conservation measures for the Whitethroat should favour the presence of thorny shrubs and brambles in hedgerows, and the cultivation of wild flower strips with different tall plant species such as Fuller’s Teasel Dipsacus fullonum.

Seit den Siebzigerjahren ist der Dorngrasmückenbestand in der Schweiz rückläufig. Eine der Ursachen dafür ist der Verlust an Habitat und die Verschlechterung der Lebensraumqualität. Mit dem Anlegen ökologischer Ausgleichsflächen wie Hecken und Buntbrachen sollte unter anderem die Dorngrasmücke gefördert werden. In der vorliegenden Arbeit liefern wir Grundlagen für eine Optimierung der Fördermassnahmen für diese Art in der Schweiz. Zwischen 2000 und 2006 nahmen im Grossen Moos die Heckenfläche leicht und die Brachenfläche deutlich zu. Im gleichen Zeitraum ging der Dorngrasmückenbestand jedoch stark zurück, wobei dies hauptsächlich auf die Abnahme der Anzahl Reviere in Hecken zurückzuführen ist. In unserem Modell hatten der Anteil Dornsträucher und das Vorkommen von Brombeeren einen positiven Einfluss auf die Revierwahl in Hecken. Zudem wurden schmale, niedrige Hecken als Revierstandort bevorzugt. Die Saumbreite hatte einen minim negativen Einfluss auf die Revierbesetzung, was vermutlich an der ungenügenden Qualität der Säume lag. Von den Buntbrachen wurden jene mit einer Vielfalt an krautigen, hochwachsenden Pflanzenarten wie Karde als Revierstandort bevorzugt. Zur Förderung der Dorngrasmücke sollte der Vegetationsstruktur und dem Artenspektrum von Hecken und Brachen vermehrt Beachtung geschenkt werden. Um den Rückgang dieser Art zu stoppen, genügt die blosse Zunahme der Heckenfläche nicht, auch der Zustand und die Pflege der Hecken und Buntbrachen spielen eine grosse Rolle.

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