Neue Brutnachweise des Mornellregenpfeifers Charadrius morinellus in Graubünden
Résumé
The Dotterel is threatened of extinction in the Alps due to its small population size. The main breeding area lies in Austria with a maximum of ten breeding pairs since 2003. In Switzerland, only two breeding records in the Grisons in 1965 and 1998 were known until recently. In 2012 and 2013, three more broods in the Grisons at an altitude between 2600 and 2770 m a.s.l. were recorded. The late timing of two broods was remarkable. The chicks, which were just a few days old, were discovered on 1 and 10 August, respectively. Therefore the eggs were laid in the first ten days of July. This is almost a month later than in 1965 and 1998, when eggs were laid in the first half of June. In the other breeding record a juvenile, just or almost fledged, was discovered on 18 July. Egg laying started thus around the end of May. With the advice to find the Dotterel given at the end, it is hopefully possible to discover more broods in future. It is recommended to check potential areas twice around 20 June and 10 July.
Der Mornellregenpfeifer ist in den Alpen wegen seines kleinen Bestands vom Aussterben bedroht. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Österreich, mit maximal zehn Paaren seit 2003. In der Schweiz waren bis vor kurzem nur zwei Brutnachweise von 1965 und 1998 in Graubünden bekannt. 2012 und 2013 gelangen in diesem Kanton drei weitere Brutnachweise in Höhen zwischen 2600 und 2770 m ü.M. Bemerkenswert in zwei Fällen ist der späte Brutzeitpunkt. Die wenige Tage alten Küken wurden am 1. bzw. 10. August entdeckt. Demnach wurden die Eier in der ersten Julidekade gelegt. Das ist fast einen Monat später als bei den beiden ersten Bruten 1965 und 1998, die in der ersten Junihälfte gelegt worden sind. Beim dritten Brutnachweis am 18. Juli 2012 war der Jungvogel gerade flügge geworden oder stand unmittelbar davor. In diesem Fall erfolgte die Eiablage bereits gegen Ende Mai. Mit den am Schluss gemachten Hinweisen zur Suche von Mornellregenpfeifern können in Zukunft hoffentlich weitere Bruten entdeckt werden. Es wird empfohlen, potenzielle Gebiete je einmal um den 20. Juni und um den 10. Juli zu kontrollieren.